JPMorgan-Analyst Ryan Brinkman pflegt eine deutlich pessimistische Einschätzung zu Tesla — und macht seine Position unmissverständlich klar.
Am Montag bekräftigte Brinkman seine Verkaufsempfehlung für Tesla (TSLA) und hielt an seinem Kursziel von 145 $ fest. Diese Prognose deutet auf einen potenziellen Rückgang von etwa 60 % vom aktuellen Aktienkurs nahe 354 $ hin.
Tesla, Inc., TSLA
Die Einschätzung des Analysten erfolgt im Anschluss an die Auslieferungszahlen von Tesla für das erste Quartal 2026, die 358.023 ausgelieferte Fahrzeuge auswiesen. Obwohl dies einen Anstieg von 6,3 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum darstellt, blieb die Zahl hinter den Analystenprognosen von 366.000 bis 370.000 Einheiten zurück und sank im Vergleich zum vierten Quartal 2025 um 14 %.
Laut Brinkman lagen diese Zahlen 4 % unter der Bloomberg-Konsensschätzung und 7 % unter JPMorgans internen Prognosen. Der Fehlbetrag ist erheblich.
Über die Auslieferungszahlen hinaus beunruhigte Brinkman besonders die Bestandsanhäufung. Tesla produzierte im Quartal 50.363 Fahrzeuge mehr als verkauft. Diese Lücke zwischen Produktion und Auslieferung trieb die geschätzten Gesamtbestände des Unternehmens auf ein Allzeithoch von 164.000 Fahrzeugen — den größten Bestandsanstieg innerhalb eines Quartals in der Unternehmensgeschichte.
Diese wachsenden Lagerbestände bedeuten erhebliches Kapital, das in unverkauften Fahrzeugen gebunden ist. Brinkman warnte, dass diese Situation, verbunden mit erhöhten Investitionsausgaben für 2026, den freien Kapitalfluss erheblich belasten wird.
Seine überarbeiteten Gewinnprognosen spiegeln diese Bedenken wider: Die EPS-Schätzung für Q1 wurde von 0,43 $ auf 0,30 $ reduziert, während die Gesamtjahresprognose für 2026 von 2,00 $ auf 1,80 $ gesenkt wurde.
Die Abschaffung der EV-Steuergutschrift half der Situation sicherlich nicht. Der bundesweite Anreiz von 7.500 $ für den Kauf von Elektrofahrzeugen lief zum Jahresende aus und dämpfte die US-Verbrauchernachfrage. Gleichzeitig haben erhöhte Zinssätze die Fahrzeugfinanzierung insgesamt kostspieliger gemacht.
Tesla sieht sich auch zunehmendem Wettbewerbsdruck von BYD, Mercedes-Benz, GM und Ford ausgesetzt, die alle ihre Elektrofahrzeugportfolios weiter ausbauen.
Die Energiespeichersparte warf zusätzliche Bedenken auf. Teslas Energiespeicher-Installationen fielen im Jahresvergleich um 15 % auf 8,8 GWh — der erste jährliche Rückgang seit dem zweiten Quartal 2022, bemerkte Brinkman.
Tesla-Bullen verankern ihre Investitionsthese in kommenden Innovationen. CEO Elon Musk hat 2026 als entscheidendes Jahr charakterisiert, wobei das Cybercab — Teslas autonomes Robotaxi ohne Lenkrad — noch in diesem Monat in die Erstproduktion gehen soll.
Musk treibt gleichzeitig das Optimus-Humanoiden-Roboter-Projekt voran und zielt auf einen Fabrikeinsatz für wiederholende Aufgaben bis Jahresende ab.
Brinkman erkannte an, dass sich die Ausführungsrisiken rund um diese Produkte etwas verringert haben. Er betonte jedoch, dass der Eintritt in höhervolumige Marktsegmente mit niedrigeren Preispunkten erhebliche Nachfrageunsicherheit und Wettbewerbsherausforderungen mit sich bringt.
Die Analystenstimmung bleibt geteilt. Tesla erhält derzeit 13 Kaufempfehlungen, 11 Halten-Bewertungen und 8 Verkaufsempfehlungen. Das Konsenskursziel liegt bei 393,97 $, was etwa 12 % potenzielles Aufwärtspotenzial andeutet — dramatisch unterschiedlich zu JPMorgans bärischer Prognose von 145 $.
TSLA-Aktien sind 2026 seit Jahresbeginn um 20 % gefallen, was sie zur schlechtesten Aktie innerhalb der Magnificent Seven-Gruppe macht.
Der Beitrag JPMorgan warnt: Tesla (TSLA)-Aktie könnte um 60 % abstürzen — Analysten-Aufschlüsselung erschien zuerst auf Blockonomi.


