Gold legte am Freitag zu, nachdem Berichte über einen US-Iran-Waffenstillstandsdeal die Ölpreise dämpften und Inflationsbedenken abschwächten, was dem Edelmetall vor dem Wochenende einen moderaten Auftrieb gab.
Washington und Teheran haben Berichten zufolge eine vorläufige Einigung über einen 60-tägigen Waffenstillstand erzielt, der die Straße von Hormus wieder für die Schifffahrt öffnen würde. Der Vorschlag bedarf noch der Genehmigung von Präsident Donald Trump und der Bestätigung durch den Iran.

Die Nachricht ließ die Ölpreise sinken. Das ist für Gold relevant, weil steigende Energiekosten die Inflationsängste geschürt hatten, was wiederum die Anleiherenditen nach oben trieb und auf Edelmetalle drückte.
Der Spot-Goldpreis stieg am Freitag um 0,8 % auf 4.532,80 USD je Unze. Gold-Futures legten um 0,7 % auf 4.563,50 USD je Unze zu. Das Metall ist auf dem Weg zu einem moderaten wöchentlichen Gewinn von etwa 0,7 %.
Gold war in der vorangegangenen Sitzung auf ein Zwei-Monats-Tief gefallen, bevor es sich nach dem Bekanntwerden der Waffenstillstandsberichte erholte.
Am Donnerstag veröffentlichte Daten zeigten, dass der US-Preisindex für persönliche Konsumausgaben (PCE) im April im Jahresvergleich um 3,8 % gestiegen ist. Das ist das schnellste Tempo seit rund drei Jahren und das bevorzugte Inflationsmaß der Fed.
Der hohe Inflationswert verstärkte die Erwartungen, dass die Federal Reserve die Zinsen noch weit bis ins nächste Jahr hinein erhöht halten wird. Höhere Zinsen sind generell negativ für Gold, das keine Rendite abwirft.
Die Renditen von Staatsanleihen gingen nach den Daten leicht zurück, blieben aber in der Nähe von Mehr-Monats-Hochs.
ING-Analysten wiesen darauf hin, dass die Märkte weiterhin vorsichtig sind, ob die diplomatischen Fortschritte Bestand haben werden. Sie fügten hinzu, dass anhaltende energiegetriebene Inflation die Zinserwartungen hoch halten könnte, was für nicht renditetragende Anlagen wie Gold ein Gegenwind ist.
Analysten der Saxo Bank sagten, dass die Abschwächung der durch Energie getriebenen Inflationssorgen dazu beitrug, Anleiherenditen und Dollar nach unten zu drücken, was Gold Unterstützung bot. Sie wiesen jedoch darauf hin, dass Gold in einer schwierigen technischen Position verbleibt.
Analysten der OCBC sagten, dass die jüngste Schwäche von Gold nicht auf einen Zusammenbruch seiner Rolle als sicherer Hafen hindeutet. Der Rückgang scheint eher durch makroökonomische Faktoren als durch eine Veränderung der Anlegerstimmung gegenüber Gold bedingt zu sein.
Das Vermögensberatungsteam der OCBC verwies auf anhaltende Zentralbankkäufe, Reservediversifizierung und geopolitische Absicherung als Gründe dafür, dass die langfristige Perspektive für Gold intakt bleibt. Die Forschung der Bank of Singapore legt eine optimale Portfolio-Allokation in Gold von etwa 4 % nahe.
Andere Edelmetalle zeigten ein gemischtes Bild. Silber fiel um 0,1 % auf 75,57 USD je Unze. Platin sank ebenfalls um 0,1 % auf 1.921,35 USD je Unze. Kupfer-Futures an der London Metal Exchange gaben um 0,2 % auf 13.692 USD je Tonne nach.
Die kurzfristige Richtung von Gold wird wahrscheinlich davon abhängen, ob der US-Iran-Waffenstillstandsdeal offiziell bestätigt wird und ob die Ölpreise weiter fallen.
The post Gold Prices Rise on U.S.-Iran Ceasefire Reports and Easing Inflation Fears appeared first on CoinCentral.


