In einer positiven Entwicklung könnten kleine und mittelständische Unternehmen in Vietnam bald mit digitalen Vermögenswerten oder geistigem Eigentum eine Bank betreten und mit einem Kredit wieder herausgehen – auf Grundlage eines Vorschlags des vietnamesischen Finanzministeriums.
Das Ministerium hat Überarbeitungen des Gesetzes zur Förderung von KMU ausgearbeitet, die formal eine breitere Palette von Vermögenswerten als akzeptable Sicherheiten anerkennen würden, darunter virtuelle Vermögenswerte, digitale Vermögenswerte, zukünftig entstehende Vermögenswerte, immaterielle Vermögenswerte und Rechte des geistigen Eigentums. Der Entwurf liegt derzeit zur öffentlichen Konsultation vor.
Die Begründung für diesen Vorstoß liegt in einer erheblichen Kreditlücke. KMU und Haushaltsbetriebe machen mehr als 98 Prozent aller in Vietnam tätigen Unternehmen aus, dennoch repräsentieren die an dieses Segment vergebenen Kredite nur etwa 20 Prozent des gesamten Bankkredits in der Wirtschaft. Das Ministerium verwies auf drei Faktoren, die diese Diskrepanz antreiben: unzureichende Sicherheiten, begrenzte finanzielle Transparenz und die typischerweise geringe Kapitalbasis der meisten kleineren Unternehmen.
Tech-Startups und Softwareunternehmen stehen im Mittelpunkt des Problems. Viele halten Patente, Softwarelizenzen und anderes geistiges Eigentum, das echten kommerziellen Wert besitzt, aber nach bestehenden Kreditregeln, die Land und physische Vermögenswerte bevorzugen, nicht als Sicherheit hinterlegt werden kann.
Das Ministerium stellte den Vorschlag als vereinbar mit der Resolution 68-NQ/TW des Politbüros dar, die den Privatsektor als zentralen Motor des nationalen Wirtschaftswachstums anerkennt.
Über die Ausweitung dessen, was als Sicherheiten gilt, hinaus fordert der Gesetzesentwurf auch Kreditinstitute dazu auf, sich von der stark auf Sachanlagen ausgerichteten Kreditbewertung zu lösen. Banken würden dazu ermutigt, bei Kreditentscheidungen Kreditratings, Geschäftspläne, Kapitalfluss-Prognosen und Marktexpansionspotenzial zu berücksichtigen.
Diese Entwicklung findet zwei Monate nach Berichten statt, wonach fünf
vietnamesische Unternehmen die erste Qualifikationsrunde in einem Wettbewerb um die Einführung der ersten regulierten Kryptowährungsbörse dieses südostasiatischen Landes bestanden hatten. Laut Berichten umfassten die Unternehmen Tochtergesellschaften der Privatbanken Techcombank, VPBank und LPBank sowie den Börsenmakler VIX Securities und den Konzern Sun Group.


