Bitcoin-Derivaten-Händler bleiben nach dem Einbruch vom 10.10. vorsichtig. Das Open Interest an den wichtigsten Handelsplätzen, ohne CME, liegt weiterhin unter dem Niveau vor dem Crash. Die Lücke zeigt, dass der Hebel noch nicht vollständig zurückgekehrt ist. Binance ist die wichtigste Ausnahme, und mehr Aktivität hat sich zur Börse verlagert. Die Verschiebung folgt einer erzwungenen Auflösung auf den globalen Bitcoin-Futures-Märkten.
Am 09.10. lag das gesamte Open Interest der Bitcoin-Derivaten bei fast 375.000 BTC. Der aktuelle Gesamtwert beträgt ohne CME rund 351.000 BTC. Das ergibt ein Defizit von mehr als 24.000 BTC auf dem erfassten Markt. Die Sitzung vom 10.10. entfernte fast 71.000 BTC aus dem Open Interest an den wichtigsten Börsen.

In nominalen Begriffen wurden innerhalb weniger Stunden Positionen im Wert von mehr als 11 Milliarden USD liquidiert oder geschlossen. Die Veränderung markierte das größte jemals für Bitcoin-Derivaten aufgezeichnete Liquidationsereignis. Das Maß ist wichtig, weil es offene Futures- und unbefristete Kontrakte verfolgt.
Ein niedrigerer BTC-Gesamtwert kann auf weniger Hebel, weniger aktive Positionen oder beides hinweisen. Es zeigt auch, dass die Struktur vor dem Einbruch nicht zurückgekehrt ist. Die Zahlen schließen CME aus, sodass sie sich auf Krypto-Börsen-Derivaten konzentrieren. Das macht den Börsenvergleich einfacher. Es hält auch den Fokus auf Handelsplätzen, die direkt von den Liquidationen am 10.10. betroffen sind.
Die Erholung war an den Handelsplätzen uneinheitlich. Binance ist die wichtigste Ausnahme in den gemeldeten Daten. Das Open Interest liegt nun mehr als 7.000 BTC über dem Niveau vom 09.10. Die Börse hat nach dem Einbruch auch Marktanteile gewonnen.
Binance hielt vor dem Ereignis etwa 30 % des Markt-Open-Interest. Sein Anteil ist seitdem auf über 36 % gestiegen, ein Anstieg von mehr als sechs Prozentpunkten. Die Verschiebung bedeutet, dass Binance nun einen größeren Teil des ausstehenden Bitcoin-Derivaten-Engagements hält.
Das bedeutet nicht, dass sich der Gesamthebel erholt hat. Es zeigt, dass mehr des verbleibenden Engagements auf einem Handelsplatz konzentriert ist. Die Markttiefe ist bei schnellen Bewegungen oft wichtig. Händler neigen dazu, Handelsplätze mit engeren Spreads und größeren Orderbüchern aufzusuchen. Die Daten stellen Binance in den Mittelpunkt dieser Aktivität nach dem Einbruch.
Ein niedrigeres marktweites Open Interest deutet auf einen langsameren Wiederaufbau des Hebels hin. Händler haben das Engagement nicht auf das Niveau vor dem 10.10. wiederhergestellt. Die Zahlen zeigen Vorsicht, auch wenn der Spot-Bitcoin-Handel fortgesetzt wurde. Der Marktschock veränderte auch, wo die Aktivität gehalten wird. Große Börsen mit tiefer Liquidität können in Stressphasen mehr Engagement anziehen. In diesem Fall zeigen die verfügbaren Daten eine stärkere Konzentration auf Binance.
Einige Marktbeobachter haben den Vertrauensschaden mit der Zeit nach dem FTX-Kollaps verglichen. Dieser Vergleich spiegelt das Ausmaß des Zwangsverkaufs und der plötzlichen Risikoreduktion wider. Die verfügbaren Zahlen verfolgen jedoch einen Derivaten-Reset, keinen Börsenausfall. Das Open Interest der Bitcoin-Derivaten liegt noch immer unter dem Niveau vor dem Einbruch vom 10.10. Der Markt hat einen Teil des verlorenen Engagements zurückgewonnen, aber nicht alles.
Bis das Open Interest auf sein früheres Niveau zurückkehrt, bleibt der Reset in der Marktpositionierung sichtbar. Die Erholung wird daran gemessen, ob das Open Interest über die Basislinie vom 09.10. zurückkehrt. Derzeit liegt der Markt an den erfassten Börsen um mehr als 24.000 BTC unter dieser Marke. Die Lücke hält das Liquidationsereignis vom 10.10. in den Bitcoin-Derivaten-Daten sichtbar. Das bleibt die zentrale Kennzahl für Futures-Händler.
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