Anthropic, das KI-Unternehmen hinter der Claude-Modellfamilie, hat der Securities and Exchange Commission am Montag vertrauliche Börsengang-Unterlagen eingereicht. Die Einreichung macht Anthropic zu einem der meisterwarteten Börsendebüts des Jahres 2026.
Das Unternehmen erklärte, dass die Anzahl der Aktien und der Ausgabepreis noch nicht festgelegt wurden. Anthropic fügte hinzu, dass der Börsengang von den Marktbedingungen und anderen Faktoren abhängt, sobald die SEC ihre Prüfung abgeschlossen hat.

Das finanzielle Wachstum von Anthropic war rasant. Der jährliche Umsatz-Run-Rate erreichte Anfang Mai 47 Milliarden Dollar, gegenüber 30 Milliarden Dollar im April. Vor einem Jahr lag diese Zahl bei 9 Milliarden Dollar.
Ein Großteil dieses Wachstums ist auf das Unternehmensgeschäft zurückzuführen. Die Claude Code-Codiersoftware des Unternehmens war ein wesentlicher Umsatztreiber.
Nur wenige Tage vor der Börsengang-Einreichung schloss Anthropic eine Finanzierungsrunde über 65 Milliarden Dollar ab. Diese Runde bewertete das Unternehmen mit 965 Milliarden Dollar und übertraf damit OpenAI, das zuletzt im März mit 852 Milliarden Dollar bewertet wurde.
Anthropic tritt nun gegen OpenAI im Rennen um den öffentlichen Markt an. Das Wall Street Journal berichtete im Mai, dass OpenAI mit Bankern an einem eigenen vertraulichen Börsengang-Prospekt arbeitet. SpaceX, mit rund 2 Billionen Dollar bewertet, reichte letzten Monat eigene Unterlagen ein.
CEO Dario Amodei hat Anthropic als ein auf Sicherheit ausgerichtetes KI-Unternehmen positioniert. Diese Haltung hat einige der jüngsten Entscheidungen des Unternehmens geprägt.
Im April hielt Anthropic sein neuestes Modell, Claude Mythos Preview, zurück, da es Bedenken gab, dass es zu leistungsfähig beim Auffinden von Software-Schwachstellen sei – obwohl es nicht für diesen Zweck entwickelt wurde.
Das Unternehmen schloss auch eine Cybersicherheitspartnerschaft mit Amazon, Apple und Microsoft. Diese Vereinbarung gibt diesen Unternehmen Zugang zu Claude Mythos Preview, um Sicherheitslücken zu identifizieren und zu beheben, bevor böswillige Akteure sie ausnutzen können.
Amodeis sicherheitsorientierter Ansatz hat zu Spannungen mit der Trump-Administration geführt. Präsident Trump drohte zuvor damit, Anthropic-Software aus Regierungsbehörden zu verbannen, nachdem Amodei erklärt hatte, er werde dem Pentagon nicht erlauben, sie zur Massenüberwachung von Amerikanern oder zum Betrieb vollständig autonomer Waffen einzusetzen.
Trotz der politischen Spannungen hat Anthropics Geschäftsdynamik angehalten. Die Bewertung des Unternehmens ist in kurzer Zeit stark gestiegen.
Die Börsengang-Einreichung platziert Anthropic neben OpenAI und SpaceX als eine der meistbeachteten potenziellen Erstauflistungen des Jahres. Es wurde kein Zeitplan bestätigt, wann das Angebot stattfinden könnte.
Der SEC-Prüfungsprozess muss abgeschlossen werden, bevor ein öffentliches Angebot voranschreiten kann.
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