Vitalik Buterin hat ein optionsbasiertes Design für Krypto-Indexprodukte vorgeschlagen, das die Abhängigkeit von DeFi (Dezentralisierte Finanzen) von erzwungenen Liquidationen reduzieren könnte.
Buterins am Montag veröffentlichter Forschungsbeitrag stellte ein Modell vor, bei dem indexverfolgenden Krypto-Vermögenswerte Optionskontrakte anstelle von besicherten Schuldpositionen verwenden – die Struktur, die in vielen DeFi (Dezentralisierte Finanzen)-Kredit- und synthetischen Vermögenssystemen eingesetzt wird.
In dem Beitrag fragte der Ethereum-Mitgründer, ob DeFi (Dezentralisierte Finanzen)-Produkte Optionen als Basisschicht verwenden könnten, anstatt auf Systemen aufzubauen, die um Schulden und Liquidationsmaschinen herum konstruiert sind. Laut Buterin könnte ein solches Modell es Nutzern ermöglichen, ein Engagement in einem Korb von Krypto-Vermögenswerten – ähnlich einem Indexprodukt – zu erlangen, ohne beim starken Rückgang der Sicherheitenwerte den plötzlichen Verlust einer Position zu erleiden.
Viele DeFi (Dezentralisierte Finanzen)-Protokolle ermöglichen es Nutzern heute, gegen Krypto-Sicherheiten zu leihen. Wenn die Sicherheiten unter ein erforderliches Niveau fallen, kann das Protokoll die Position automatisch liquidieren. Buterins Beitrag besagt, dass diese Struktur zu abrupten Ergebnissen für Nutzer führen und in volatilen Marktphasen zusätzlichen Druck erzeugen kann.
Unter dem von Buterin beschriebenen optionsbasierten Design würde das Engagement eines Nutzers nicht durch ein sofortiges Liquidationsereignis enden. Stattdessen würde sich die Position mit sich ändernden Marktpreisen schrittweise von ihrer Zielallokation entfernen. Buterin präsentierte diesen Unterschied als möglichen Weg, um Krypto-Anlageprodukte weniger abhängig von hebelbasierten Fehlerpunkten zu machen.
Buterin verknüpfte den Vorschlag auch mit dem Orakelproblem in DeFi (Dezentralisierte Finanzen). Laut seinem Forschungsbeitrag verlassen sich viele DeFi (Dezentralisierte Finanzen)-Anwendungen auf schnelle Kursfeeds, da Liquidationssysteme aktuelle Marktpreise benötigen, um zu entscheiden, wann Positionen geschlossen werden sollen.
Diese schnellen Feeds können zu einem Schwachpunkt werden, wenn sich die Märkte schnell bewegen oder wenn Angreifer versuchen, Preise zu verzerren. Buterin sagte, eine optionsbasierte Struktur könnte mit langsamer arbeitenden Orakeln funktionieren, ähnlich dem Typ, der in Vorhersagemärkten verwendet wird.
Seiner Ansicht nach könnten langsamere Orakel den Bedarf der Protokolle reduzieren, innerhalb von Sekunden auf Preisaktualisierungen zu reagieren. Buterin sagte auch, er würde sich beim Halten algorithmischer Stablecoins, die mit einem optionsbasierten Design aufgebaut sind, viel sicherer fühlen als beim Halten von Stablecoins, die von Echtzeit-Orakeln abhängen, welche manipuliert werden könnten.
Der Vorschlag hat eine klare Relevanz für algorithmische Stablecoins, die oft von Sicherheitensystemen, Kursfeeds und automatisierten Marktaktionen abhängig waren. Buterins Beitrag nannte kein spezifisches Stablecoin-Projekt, und das Modell bleibt theoretisch und ist nicht auf der Ethereum-Blockchain implementiert.
Buterin räumte auch praktische Grenzen ein. Laut dem Beitrag würde ein optionsbasiertes System weiterhin ein regelmäßiges Portfolio-Rebalancing erfordern. Er sagte, es bleibe unklar, ob diese Transaktionen günstig genug durchgeführt werden können, um hohe Kosten, schlechte Ausführung oder Slippage zu vermeiden.
Der Forschungsbeitrag erscheint zu einem Zeitpunkt, an dem Buterin auch seine Pläne zur Veröffentlichung von Langform-Inhalten geändert hat. Wie zuvor von crypto.news berichtet, sagte Buterin, er werde aufhören, regelmäßige Blogbeiträge zu schreiben, und plane stattdessen, Science-Fiction-Geschichten über dezentralisierte Governance zu schreiben.
Buterins frühere Essays haben DAOs, Layer-2-Systeme, Abstimmungsmodelle und Governance-Design in der Krypto-Welt sowie in öffentlichen Institutionen behandelt. In dem neuesten Vorschlag kehrte er zu einem vertrauten Thema zurück und stellte die Frage, ob DeFi (Dezentralisierte Finanzen)-Systeme sicherer werden können, indem sie sich weniger auf fragile automatisierte Schuldenstrukturen verlassen.


