EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel warnte, dass dollar-gedeckte Stablecoins den globalen geldpolitischen Einfluss der USA ausweiten könnten, und argumentierte, dass ein digitaler Euro dazu beitragen würde, die monetäre Souveränität Europas zu wahren. Auf der Internationalen Konferenz der Bank of Korea in Seoul erklärte Schnabel, dass Stablecoins Risiken für die Finanzstabilität und die Geldpolitik darstellen und gleichzeitig die Dominanz des US-Dollars im digitalen Zahlungsverkehr stärken.
Stablecoin-News gewinnt neue Aufmerksamkeit, nachdem Schnabel erklärt hat, dass Zentralbanken stärkere Instrumente zum Schutz der Währungsstabilität benötigen. Auf der Internationalen Konferenz der Bank of Korea 2026 in Seoul sagte sie, dass Stablecoins Risiken für die Finanzstabilität, die Geldpolitik und das globale Währungssystem schaffen können.
Schnabel sagte, Stablecoins können einem Bank-Run-Risiko ausgesetzt sein, wenn Nutzer das Vertrauen in die hinterlegten Vermögenswerte verlieren. Sie verwies auch auf Liquiditätsinkongruenzen als Bedenken. Ihrer Ansicht nach sollten Zentralbanken privatem digitalem Geld mit klaren Regeln und verlässlichem öffentlichem Geld in digitaler Form begegnen.
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Das globale Stablecoin-Angebot ist laut Schnabel auf nahezu 300 Milliarden US-Dollar angewachsen. Der Markt ist jedoch nach wie vor stark auf dollar-gebundene Token konzentriert. Tethers USDT und Circles USDC machen nach wie vor den Großteil der Aktivität aus, wobei beide Token zusammen einen Marktanteil von nahezu 90 % halten.
Diese Struktur verleiht Dollar-Stablecoins eine stärkere Rolle im digitalen Zahlungsverkehr. Schnabel sagte, diese Position könnte die Dominanz des US-Dollars durch Netzwerkeffekte weiter vertiefen. Sie warnte auch, dass eine breitere Nutzung von Dollar-Stablecoins die globale Reichweite der US-Geldpolitik erhöhen könnte.
Die EZB sieht den digitalen Euro als eine Möglichkeit, öffentliches Geld in einem sich wandelnden Zahlungsmarkt verfügbar zu halten. Schnabel sagte, Zentralbanken sollten Innovationen nicht blockieren. Stattdessen sollten sie Regeln festlegen, die Stabilität, geldpolitische Kontrolle und Vertrauen in die Währung schützen.
Ein digitaler Euro würde Bürgern Zugang zu Zentralbankgeld im Einzelhandel ermöglichen. Er könnte auch die Abhängigkeit Europas von nicht-europäischen Zahlungsanbietern verringern. Für die EZB verknüpft dieses Ziel Zahlungsinnovation mit europäischer strategischer Autonomie.
Stablecoin-News steht nun im Mittelpunkt dieser Debatte. Private Token überschreiten bereits mit hoher Geschwindigkeit Grenzen, während öffentliches digitales Geld noch in der Entwicklung ist. Schnabels Aussagen zeigen, dass die EZB möchte, dass der digitale Euro als vertrauenswürdiger Anker dient.
Der digitale Euro könnte auch eine gesamteuropäische Zahlungsoption mit dem Status eines gesetzlichen Zahlungsmittels schaffen. Europas Zahlungsmarkt ist nach wie vor über Länder und Anbieter hinweg fragmentiert. Ein gemeinsames digitales Zahlungssystem könnte dazu beitragen, diese Kluft zu überbrücken und gleichzeitig das Zentralbankgeld relevant zu halten.
Schnabel sagte, die meisten im Umlauf befindlichen Stablecoins verwenden den US-Dollar, während andere Währungen eine untergeordnete Rolle spielen. Diese Lücke ist für Europa bedeutsam, da sich der digitale Zahlungsverkehr ausweitet. Wenn Nutzer stärker auf Dollar-Token angewiesen sind, könnte der Euro in einigen digitalen Märkten an Boden verlieren.
Dollar-Stablecoins können auch geldpolitische Auswirkungen über die Vereinigten Staaten hinaus haben. Schnabel sagte, eine breitere Nutzung könnte die internationale Transmission der US-Geldpolitik verstärken. Das bedeutet, dass Änderungen der US-Zinsen und der Liquidität über digitale Kanäle ausländische Märkte erreichen könnten.
Die EZB betrachtet das Thema jedoch nicht als Ablehnung von Krypto-Innovationen. Schnabel sagte, Innovationen sollten sich innerhalb eines klaren Rahmens entwickeln, der die Finanzstabilität schützt und das Vertrauen in das Geld stärkt.
Stablecoin-News spiegelt auch eine tiefere Spaltung zwischen Europa und den Vereinigten Staaten wider. US-Finanzminister Scott Bessent erklärte kürzlich, die aktuelle US-Regierung werde keine digitale Zentralbankwährung zulassen. Er forderte den Kongress auch auf, die Gesetzgebung zur Krypto-Marktstruktur voranzutreiben.
Katie Harries, Direktorin für internationale Politik bei Coinbase, hat sich kürzlich zu Wort gemeldet, als die Europäische Kommission eine Überprüfung des Rahmenwerks für Märkte für Krypto-Assets (MiCA) einleitete.
Harries sagte, MiCA biete eine solide regulatorische Grundlage, argumentierte jedoch, dass gezielte Anpassungen die Wettbewerbsfähigkeit Europas verbessern könnten.
Sie forderte Maßnahmen zur Unterstützung von Euro-denominierten Stablecoins, klarere Regeln für dezentralisierte Finanzen, stärkere Tokenisierungs-Frameworks und einen verbesserten Zugang zu globaler Liquidität.
Harries kritisierte auch Reserveanforderungen, die von Stablecoin-Emittenten verlangen, zwischen 30 % und 60 % der Reserven in Einlagen bei Geschäftsbanken zu halten. Sie schlug vor, eine größere Allokation in hochwertige Staatsanleihen zu erlauben, um das Konzentrationsrisiko zu reduzieren.
Darüber hinaus plädierte sie dafür, Nicht-Zinsanreize wie Cashback-Prämien, Treueprogramme und aktivitätsbasierte Vergünstigungen zuzulassen.
Das Konsultationsverfahren der Europäischen Kommission ist bis zum 31.08.2026 offen, während die politischen Entscheidungsträger mögliche Überarbeitungen von MiCA prüfen.
Derzeit bleibt Europas Stablecoin-Strategie eng mit dem Projekt des digitalen Euro verknüpft. Die EZB bereitet sich weiterhin auf einen möglichen Rollout bis 2029 vor, sofern die entsprechende Gesetzgebung die endgültige Genehmigung erhält.
Der Beitrag Stablecoin-News: EZB sagt, digitaler Euro kann Dollar-Stablecoin-Risiken entgegenwirken erschien zuerst auf The Market Periodical.

