Bitcoin bewegt sich nahe der 63.000 $-Marke, während sich die Federal Reserve auf einen Führungswechsel im Mai 2026 vorbereitet. Jerome Powell wird den Vorsitz inmitten gedämpfter Kryptomärkte an Kevin Warsh übergeben.
Aktien erreichen weiterhin Allzeithochs, doch Bitcoin liegt noch immer rund 50 % unter seinem Höchststand von 125.000 $. Ein wiederkehrendes historisches Muster rückt nun erneut in den Fokus: Jeder Fed-Vorsitzendenwechsel fiel mit einem erheblichen Bitcoin-Rückgang zusammen.
Die Datenlage hinter diesem Muster ist schwer zu ignorieren. Bitcoin fiel nach Janet Yellens Amtsantritt im Jahr 2014 um etwa 83 %.
Ein ähnlicher Rückgang von 84 % folgte auf Jerome Powells erste Amtszeit ab 2018. Powells Wiederernennung im Jahr 2022 ging einem Einbruch von 77 % voraus, der mit dem aggressivsten Straffungszyklus der modernen Geschichte verbunden war.
MacroMicro-Recherchen führen diese Rückgänge auf mehrere wiederkehrende Kräfte zurück. Zu Beginn der Amtszeit eines neuen Vorsitzenden reduzieren institutionelle Investoren ihr Engagement in volatilen Vermögenswerten, solange die politische Richtung unklar bleibt.
Neue Vorsitzende neigen außerdem dazu, eine hawkische Rhetorik anzunehmen, um inflationsbekämpfende Glaubwürdigkeit aufzubauen, was die Liquiditätsbedingungen verschärft.
Die Märkte verstärken diesen Effekt zusätzlich durch Antizipation. Straffungserwartungen werden oft eingepreist, bevor formale Politikwechsel eintreten, was zu klassischem „Kaufe das Gerücht, verkaufe die Nachricht"-Verhalten führt. Externe Schocks verstärken dann häufig den ohnehin vorhandenen Politikdruck.
Jeder historische Zyklus zeigt diese Kombination deutlich. Der Mt.-Gox-Zusammenbruch im Februar 2014 traf genau dann, als Yellen ihr Amt antrat und das QE-Tapering begann.
Die ICO-Krise 2018 fiel zeitlich mit Zinserhöhungen und der Bilanzreduzierung unter Powell zusammen. Im Jahr 2022 trafen die Terra- und FTX-Zusammenbrüche ein, als die Fed die Zinsen in einem beispiellosen Tempo anhob.
Der aktuelle Übergang weist bedeutende Unterschiede zu früheren Episoden auf. Die Federal Reserve beendete das quantitative Tightening offiziell im Dezember 2025 und hat seitdem den Kauf kurzfristiger Staatsanleihen wieder aufgenommen. Diese Wende hält die grundlegenden Liquiditätsbedingungen stabiler als während der Zyklen von 2018 oder 2022.
Die Forschung von MacroMicro stellt fest, dass ein liquiditätsgetriebener Bitcoin-Ausverkauf, ähnlich wie bei früheren Übergängen, diesmal ein geringeres Risiko trägt.
Stabile Liquiditätsgrundlagen beseitigen eine der zentralen Mechaniken, die frühere Rückgänge in anhaltende Bärenmärkte verwandelt haben.
Dennoch bleibt die Unsicherheit über Warshs politische Ausrichtung bestehen. Seine historisch hawkische Haltung und Zeichen erneuter Inflation legen nahe, dass das FOMC-Treffen im Juni möglicherweise nicht die taubenhaften Signale liefern wird, die einige Marktteilnehmer erwarten. Trumps Druck auf Warsh, Zinssenkungen zu unterstützen, fügt eine weitere Ebene der Unberechenbarkeit hinzu.
Investoren, die Bitcoin während dieses Übergangs beobachten, sollten sich weniger auf den historischen Fluch konzentrieren und mehr auf die tatsächliche Politikentwicklung der Fed.
Ob der neue Vorsitzende eine akkommodierende oder restriktive Richtung einschlägt, wird wahrscheinlich darüber entscheiden, ob Bitcoin das Muster durchbricht oder es wiederholt.
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