Der vakante Prüfungsausschusssitz im Vorstand von Twenty One Capital wurde von Tether International besetzt. Das Unternehmen hat einen unabhängigen Direktor ernannt, der den Anforderungen der U.S. Börsenaufsichtbehörde SEC und der NYSE entspricht.
Der Prüfungsausschuss von Twenty One Capital (XXI) ist nun vollständig besetzt, nachdem Tether einen neuen unabhängigen Direktor ernannt hat.
Der Sitz im Prüfungsausschuss von Twenty One Capital (XXI) wurde frei, nachdem Tether am 20. Mai alle 89,1 Millionen Aktien, die SoftBank an XXI hielt, für rund 711 Millionen USD erworben hatte. Der Deal verschaffte Tether die unbestrittene Kontrolle als Mehrheitsaktionär des Bitcoin-Treasury-Unternehmens, das mehr als 43.500 BTC hält.
Nach Abschluss des Deals mussten SoftBanks Vertreter den Vorstand verlassen, darunter auch derjenige, der dem Prüfungsausschuss angehörte. Tether hat diesen Platz nun mit einem unabhängigen Direktor besetzt, der nach eigenen Angaben die strengen Unabhängigkeitsregeln erfüllt.
Die betreffenden Regeln entstammen dem Securities Exchange Act (Rule 10A-3) und dem NYSE Listed Company Manual (Section 303A.02). Diese Regeln sollen sicherstellen, dass die Mitglieder des Prüfungsausschusses das Unternehmen fair und ohne Interessenkonflikte überwachen können.
Paolo Ardoino, CEO von Tether, erklärte in der Ankündigung, dass großer Aufwand betrieben wurde, um den besten Kandidaten für eine gründliche und unabhängige Aufsicht zu finden.
„Die Stärke der Aufsicht muss der Stärke der Bilanz entsprechen", sagte Ardoino, jedoch nannte Tether in seiner Ankündigung nicht den Namen des neuen Direktors.
Ein Prüfungsausschuss ist eine Gruppe von Vorstandsmitgliedern, die die Finanzberichterstattung eines Unternehmens überwachen. Die NYSE verlangt von börsennotierten Unternehmen, dass dieser Ausschuss mindestens drei unabhängige Mitglieder hat. XXI belegt den zweiten Platz unter den börsennotierten Unternehmen mit Bitcoin-Beständen, direkt hinter Strategy (ehemals MicroStrategy).
Twenty One Capital belegt den zweiten Platz unter den börsennotierten Bitcoin-Treasury-Unternehmen. Quelle: BitcoinTreasuries.net
Eine unabhängige Vorstandsaufsicht ist besonders wichtig, da Tether seine Position nun gefestigt hat. Der Stablecoin-Emittent hielt bereits die Stimmrechtskontrolle über die Class-B-Aktien von XXI und verfügte über Genehmigungsbefugnisse bei Bitcoin-Verkäufen, Fusionen über 1 Million USD sowie bei der Ernennung von Führungskräften.
Tether hat vorgeschlagen, XXI mit Jack Mallers' Bitcoin-Zahlungsunternehmen Strike und dem Mining-Unternehmen Elektron Energy zusammenzuführen. Die Dreierfusion, die erstmals Ende April 2026 vorgeschlagen wurde, würde ein vertikal integriertes Bitcoin-Unternehmen schaffen, das Treasury-Akkumulation, Zahlungen, Kreditvergabe und Mining-Betrieb umfasst.
Elektron verwaltet rund 50 Exahashes pro Sekunde (EH/s) an Mining-Leistung. Das entspricht etwa 5 % des gesamten Bitcoin-Netzwerks. Die Plattform hat bereits mehr als 5.500 Bitcoins gemint.
Twenty One Capital wurde im Dezember 2025 durch eine SPAC-Fusion mit Cantor Equity Partners gegründet und wird an der NYSE unter dem Tickersymbol XXI gehandelt.
Die Fusion ist mit mehreren Governance-Hürden verbunden. So ist Jack Mallers derzeit gleichzeitig CEO von Twenty One Capital (XXI) und Strike. Diese Doppelrolle stellt einen Interessenkonflikt dar, der einer besonderen Prüfung und einer Abstimmung durch Minderheitsaktionäre bedarf.
Raphael Zagury, der CEO von Elektron Energy, ist Beklagter in laufenden Klagen, die Swan Bitcoin in Kalifornien und im Vereinigten Königreich eingereicht hat.
Swan behauptet, dass Zagury und andere ehemalige Führungskräfte im Jahr 2024 gemeinsam mit Tether verschworen haben, ein Mining-Joint-Venture zu übernehmen.
Tether hat seine Absicht bekanntgegeben, für die Fusionen zu stimmen, jedoch wurden noch keine endgültigen Bedingungen, Abschlusszeitpläne oder formelle Fusionsvereinbarungen unterzeichnet oder öffentlich bekannt gegeben.
Die klügsten Köpfe der Kryptowelt lesen bereits unseren Newsletter. Möchten Sie dabei sein? Schließen Sie sich an.
