Australiens staatliche und bundesstaatliche Agenturen teilten mit, dass sie ihre aktuellen Verträge mit KPMG prüfen. (KPMG filepic)
SYDNEY: KPMG Australien hat zugestimmt, drei Monate lang keine neuen Bundesaufträge anzubieten, wie das Finanzministerium heute mitteilte, nachdem Whistleblower dem Wirtschaftsprüfungsunternehmen vorgeworfen hatten, vertrauliche Kundeninformationen missbraucht zu haben.
Ein Ministeriumssprecher erklärte, KPMG werde vom 16.06. bis zum 30.09. keine neuen Regierungsaufträge anstreben, während die Unternehmensführung, Kultur, Ethik und Integrität des Unternehmens untersucht werden.
Dieser Schritt markiert die jüngsten Folgen für KPMG im Zuge des Skandals.
Staatliche und bundesstaatliche Agenturen haben erklärt, dass sie ihre aktuellen Verträge mit dem Unternehmen prüfen, während einige Kunden aus dem Privatsektor ebenfalls die Verbindungen gekappt haben.
Der langjährige Kunde Lendlease bestätigte am Montag, dass er das Unternehmen als seinen Prüfer fallen lassen werde.
Laut im März veröffentlichten Whistleblower-Vorwürfen wurden vertrauliche Vorstandsunterlagen des Immobilienunternehmens genutzt, um Angebote für wichtige Audit-Ausschreibungen für die Großbank Westpac und das Immobilienunternehmen Dexus zu unterstützen.
KPMG hat eingeräumt, dass es eine interne Untersuchung der Vorwürfe falsch gehandhabt hat, was zum Rücktritt des CEO und des Audit-Chefs führte.
Die Vorwürfe haben erneute Aufmerksamkeit auf Australiens Sektor für professionelle Dienstleistungen gelenkt, der 2023 durch Enthüllungen erschüttert wurde, dass PwC vertrauliche Regierungsinformationen mit potenziellen Kunden geteilt hatte.
PwC bot nach seinem Skandal von April 2024 bis Juli 2025 keine neuen Regierungsverträge an.
Das Unternehmen verkaufte außerdem im August 2024 sein Regierungsberatungsgeschäft, das ein Fünftel seines Umsatzes ausgemacht hatte, für A$1.
Das umbenannte Scyne Advisory durfte daraufhin wieder neue Regierungsverträge anbieten.


