Präsident Donald Trump und Irans Präsident unterzeichneten am Mittwoch ein Memorandum of Understanding. Das vorläufige Friedensabkommen weckte die Hoffnung auf ein größeres Ölangebot auf den Weltmärkten.
Die Unterzeichnung erfolgte früher als erwartet. Sie war ursprünglich für Freitag geplant gewesen.
Das Abkommen trat am Donnerstag in Kraft und öffnet die Straße von Hormus möglicherweise wieder für den Handelsverkehr und hebt die Sanktionen gegen iranisches Öl auf. Gespräche über längerfristige Fragen, einschließlich des iranischen Atomprogramms, sollen in den nächsten 60 Tagen fortgesetzt werden.
Die Märkte reagierten schnell. Der Dow Jones Industrial Average gewann am Donnerstagmorgen rund 419 Punkte bzw. 0,8 %.
Der S&P 500 stieg um 1,1 % und der Nasdaq Composite gewann 1,4 %. Technologieaktien führten die Erholung an, nachdem sie am Vortag stark unter Druck geraten waren.
E-Mini S&P 500 Jun 26 (ES=F)
Brent-Rohöl-Futures fielen nach Bekanntgabe des Abkommens um bis zu 3 %. Der Rückgang machte den Großteil der Preisgewinne rückgängig, die mit dem jüngsten Konflikt in der Region verbunden waren.
Die Ölpreise erholten sich teilweise, als die ersten Schiffe die Meerenge passierten. Brent stabilisierte sich bei rund 78 Dollar pro Barrel und West Texas Intermediate lag knapp über 74 Dollar.
Der nationale Durchschnittspreis für eine Gallone normalen bleifreien Benzins fiel am Donnerstag auf 3,9987 Dollar. Das ist laut Dow Jones Market Data der niedrigste Preis seit dem 30.03.2026.
Niedrigere Ölpreise haben dazu beigetragen, die Inflationssorgen zu lindern. Auch die Anleiherenditen sanken, da die Staatsanleihepreise stiegen.
Analysten von 22V Research sagten, niedrigere Ölpreise und sinkende 10-jährige Staatsanleiherenditen würden sich positiv auf Technologie-, zyklische Konsum- und Kommunikationsaktien auswirken.
Die Federal Reserve hielt die Zinsen am Mittwoch stabil. Doch der Ton der Zentralbank verschob sich in eine restriktivere Richtung.
Neun Fed-Entscheidungsträger prognostizieren mindestens eine Zinserhöhung vor Ende 2026. Dies geschah, während die Inflation erhöht blieb und der Arbeitsmarkt stabil blieb.
Die am Donnerstag veröffentlichten Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe lagen leicht über den Prognosen, gingen jedoch im Vergleich zur Vorwoche zurück. Die gemischten Daten änderten wenig an den Erwartungen der Fed.
Analysten warnten, dass ein Zinserhöhungszyklus die Rezessionsrisiken erhöhen könnte. Eine Forschungsnotiz beschrieb den Markt als wahrscheinlich „heftig flach", der zwischen Gewinnen und Verlusten schwankt, ohne einen klaren Trend.
Auch die Bank of England hielt ihre Zinsen stabil, während Zentralbanken auf der ganzen Welt die Lage im Iran beobachteten.
Donnerstag war der letzte Handelstag vor dem langen Wochenende. Die US-Märkte bleiben am Freitag anlässlich des Juneteenth-Feiertags geschlossen.
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