SAN FRANCISCO, 30. Juni — Das Erzbistum San Francisco gab gestern einen Vergleich in Höhe von 395 Millionen US-Dollar (1,6 Milliarden RM) mit mehr als 500 Personen bekannt, die angeben, von Geistlichen im kalifornischen Zuständigkeitsbereich sexuell missbraucht worden zu sein, in vielen Fällen als Minderjährige.
Viele der Fälle reichen Jahrzehnte zurück und die Verjährungsfrist war abgelaufen, doch Kalifornien verabschiedete ein Gesetz, das den Klägern ein zusätzliches Drei-Jahres-Fenster von Anfang 2020 bis Ende 2022 einräumte, um Anklage zu erheben.
Der Vergleich muss noch von einer Vereinigung von Missbrauchsopfern und einem Richter genehmigt werden.
Das Erzbistum stimmte außerdem zu, einen 14-Punkte-Reformplan zu entwickeln, der unter anderem darauf abzielt, Kinder vor sexuellem Missbrauch durch Geistliche zu schützen.
Der Vergleich markiert den jüngsten Fall, in dem die katholische Kirche in den letzten Jahrzehnten weltweit Wiedergutmachung für den sexuellen Missbrauch von Minderjährigen durch ihre Geistlichen leistet.
Im Rahmen des gestern angekündigten Deals wird das Erzbistum in der nordkalifornischen Stadt verpflichtet sein, interne Kirchenakten an einen unabhängigen Gutachter für einen Bericht über die begangenen Missbräuche zu übergeben.
Dieser werde auf der Website des Erzbistums veröffentlicht, sagte Jeff Anderson, ein Anwalt vieler der Kläger.
„Wir glauben, dass dieser Vorschlag einen Weg zu einer fairen Entschädigung für Überlebende bietet, die die Last dieses Missbrauchs ein Leben lang getragen haben", sagte Salvatore Cordileone, der Erzbischof von San Francisco, in einer Erklärung.
„Wir übernehmen die volle Verantwortung für das Geschehene, und ich entschuldige mich aufrichtig bei allen, die Schaden erlitten haben", fügte er hinzu.
Margie O'Driscoll, eine der Klägerinnen, gab an, vor mehr als 50 Jahren an einer katholischen Oberschule sexuell missbraucht worden zu sein.
„Ich habe, wie jeder Überlebende, diesen Schmerz und diese Scham wie eine Kugel und Kette sehr, sehr lange mit mir getragen", sagte sie auf einer Pressekonferenz.
„Ich denke, heute wird die Scham die Seiten wechseln", fügte sie hinzu.
Im Rahmen weiterer Punkte des Vertrags soll eine Teilliste der Geistlichen, die Missbrauch begangen haben, veröffentlicht und eine Hotline für sexuellen Missbrauch eingerichtet werden, um künftige Missbräuche zu melden. — AFP


