Die neuesten Daten von Glassnode zeichnen ein Bild, das schwer zu ignorieren ist. Bitcoin handelt weit unter seinem wahren Marktdurchschnitt von 76.600 $, einem Niveau, das historisch gesehen den fairen Preis von stark gestressten Bereichen trennt. Die Kostenbasis der kurzfristigen Halter, eine weitere kritische Grenze, liegt bei etwa 83.000 $. Ein Fall unter beide Werte deutet auf mehr als nur Schwäche hin. Es signalisiert eine Zone mit tiefem Wert, die in vergangenen Zyklen großen Neustarts vorausging. Laut der neuesten Analyse von Glassnode, die in ihrem Originalbericht geteilt wurde, verbrachte der Markt Wochen in dieser Zone, ohne die Signale auszulösen, die normalerweise einen nachhaltigen Boden definieren.
Diese Divergenz ist der Kern des aktuellen Rätsels. Der Preis ist nach mehreren On-Chain-Standards günstig, aber günstig allein bedeutet nicht, dass wir das endgültige Tief erreicht haben. Die Verteilung des Angebots zwischen kurzfristigen Spekulanten und langfristigen Haltern erzählt eine kompliziertere Geschichte. In früheren Phasen tiefen Wertes lieferten ein Anstieg der zerstörten Coin-Tage oder eine sichtbare Verschiebung hin zur Akkumulation eine frühe Warnung vor einem Boden. Derzeit bleiben diese Kontrollkästchen unchecked.
Märkte können länger irrational bleiben, als Händler solvent bleiben können. Bitcoin hat dies wiederholt bewiesen. Während der Kontagionskrise 2022 wurde der wahre Marktdurchschnitt wochenlang durchbrochen, und die Preise drifteten niedriger, bevor sich eine echte Umkehr durchsetzte. Der Unterschied diesmal ist der strukturelle Hintergrund. Spot-ETFs haben die Nachfragedynamik neu geschrieben. Institutionelle Kapitalflüsse über BlackRock und Fidelity haben eine Schicht der Preisunterstützung eingeführt, die in früheren Rückgängen nicht existierte. Doch selbst das reichte nicht aus, um eine überzeugende Erholung auszulösen. Das Versagen des Marktes, von unterdrückten Niveaus abzuspringen, deutet darauf hin, dass die Verkäufer weiterhin das kurzfristige Geschehen kontrollieren.
Anzeichen extremer Verkäufererschöpfung sind vorhanden, wenn man weiß, wo man suchen muss. Die Metriken für realisierte Verluste sind erhöht. Das Angebot der kurzfristigen Halter befindet sich tief im Minus. Aber Kapitulationsindikatoren können länger heiß bleiben, als Bullen erwarten, besonders wenn sich die makroökonomischen Liquiditätsbedingungen verschärfen. Das Fehlen einer scharfen V-förmigen Erholung bisher deutet darauf hin, dass Käufer noch nicht überzeugt sind, dass dies das absolute Tief ist.
Was in Glassnodes Rahmenwerk eine Zone mit tiefem Wert von einem bestätigten Boden unterscheidet, ist der Beweis einer Umverteilung. Das bedeutet einen anhaltenden Anstieg des Angebots langfristiger Halter, während Coins von schwachen Händen zu denen mit höherer Überzeugung wandern. Die Tiefs vergangener Zyklen fielen mit Wochen oder Monaten solcher Akkumulation zusammen, sichtbar in den HODL-Wellen und im Rückgang der Börsensalden. Heute erweitert sich die Gruppe der langfristigen Halter noch nicht in bedeutendem Maße. Die Börsenflüsse sind unruhig, und die Nettoübertragungsvolumen deuten nicht auf eine klare Verschiebung der Eigentümerstruktur hin.
Dieser Mangel an Bestätigung ist problematisch, da er Bitcoin anfällig für einen weiteren Abwärtsschub macht, wenn sich die Liquiditätsbedingungen verschlechtern. Risikokennzahlen wie die kurzfristige Sharpe-Ratio haben extreme negative Werte angezeigt, was darauf hindeutet, dass dies historisch eine Kaufzone mit hoher Wahrscheinlichkeit ist. Aber ohne die On-Chain-Bestätigung, auf die Glassnode achtet, fühlt sich dieses Signal allein unvollständig an. Händler, die earlier this year rein aufgrund überverkaufter Werte einstiegen, wurden bestraft. Der Markt möchte tatsächliche Verhaltensänderungen sehen, nicht nur günstige Zahlen.
Krypto handelt nicht im Vakuum. Das Versagen von Bitcoin, von diesen Niveaus aus eine bedeutende Rallye zu starten, fällt mit einem makroökonomischen Umfeld zusammen, das risikobehafteten Assets weiterhin feindlich gesinnt ist. Die Zinspolitik der Federal Reserve ist zwar weniger hawkish als vor einem Jahr, hält die Kreditkosten jedoch weiterhin hoch. Die Liquidität wird durch quantitative Straffung und einen starken Dollar abgezogen. Die ETF-Zuflüsse, die die Rallye Anfang 2024 antrieben, haben sich abgeschwächt. Die institutionelle Nachfrage, auf die viele gezählt haben, ist von Monat zu Monat unzuverlässig geworden.
In diesem Kontext ist der recente Rückgang der US-10-Jahresrenditen eine potenziell signifikante Entwicklung. Fallende Renditen verbessern historisch gesehen die relative Attraktivität von Bitcoin, aber der Transmissionsmechanismus ist langsam. Es dauert seine Zeit, bis billigeres Geld zu den Kryptomärkten durchsickert. Derzeit konkurriert das Signal für tiefen Wert von Glassnode mit einer makroökonomischen Tide, die weiterhin Liquidität aus spekulativen Assets abzieht. Bis sich diese Dynamik ändert, ergeben die fehlenden Bestätigungssignale Sinn.
Die Analyse von Glassnode bestätigt, was viele Investoren fühlen: Bitcoin ist objektiv günstig nach historischen On-Chain-Standards, aber günstig ist nicht dasselbe wie bereit. Der Markt preist gleichzeitig eine Rezessionsangst, eine Liquiditätsknappheit und nachlassendes ETF-Momentum ein. Auf Bestätigungssignale wie eine anhaltende Akkumulation zu warten, ist unangenehm, aber es ist der rationale Zug. Der größte Fehler, den Händler in Zonen mit tiefem Wert machen, ist der zu frühe Kauf ohne strukturelle Beweise dafür, dass der Markt wirklich die Hände gewechselt hat. Coinbase Institutional hat kürzlich angedeutet, dass sich ein kurzfristiger Boden bilden könnte, aber auch diese Analyse stützte sich stark auf makroökonomische Annahmen, die noch unbewiesen sind. Die nächsten wenigen Wochen werden uns zeigen, ob dies eine Pause vor einem neuen Aufwärtsschub oder eine gewöhnliche, verblassende Erholung aus überverkauften Bedingungen ist. Derzeit sagt das Chart Wert, aber das Verhalten der langfristigen Halter sagt Vorsicht.
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