Die Bitcoin-Verkäufe von Strategy haben einige Investoren verunsichert, aber JPMorgan-Analysten sagen, dass dies nicht das ist, worüber sich Bitcoin-Inhaber Sorgen machen sollten.
In einer Notiz an Kunden sagten Analysten unter der Leitung des Managing Directors Nikolaos Panigirtzoglou, dass das eigentliche Risiko davon ausgeht, dass das traditionelle Finanzwesen Blockchain-Systeme aufbaut, die keine öffentlichen Netzwerke wie Bitcoin oder Ethereum nutzen.

Wenn Tokenisierung, Zahlungen und Abwicklung auf private, genehmigungspflichtige Infrastruktur umsteigen, könnten öffentliche Blockchains langsamere Aktivitäten, geringere Liquidität und schwächere Kapitalflüsse erleben.
Strategy hält rund 4 % aller im Umlauf befindlichen Bitcoins. Sein formales Bitcoin-Monetarisierungsprogramm hat einen gewissen bidirektionalen Fluss in den Markt eingeführt. JPMorgan räumte ein, dass dies zu periodischem Verkaufsdruck führen könnte, bezeichnete es jedoch als sekundäres Problem.
Institutionen wenden sich genehmigungspflichtigen Blockchains zu, weil sie Datenschutzkontrollen, Know-Your-Customer-Compliance, rechtliche Rechenschaftspflicht und regulatorische Sicherheit bieten – Merkmale, die öffentliche Blockchains nicht ohne Weiteres bereitstellen.
JPMorgan verwies auf seine eigene Plattform, Kinexys, als Beispiel. Das genehmigungspflichtige System hat ein kumuliertes Transaktionsvolumen von über 4 Billionen US-Dollar für institutionelle Kunden abgewickelt.
Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich hat ebenfalls davor gewarnt, öffentliche Blockchains für systemisch wichtige Finanzinfrastrukturen zu verwenden. Die BIS hat stattdessen genehmigungspflichtige einheitliche Hauptbücher empfohlen.
Banken entwickeln tokenisierte Einlagen – digitale Versionen von Bankeinlagen, die innerhalb bestehender Bankvorschriften und Einlagensicherungsrahmen liegen. Bei breiter Akzeptanz könnten diese den Bedarf an Stablecoins bei institutionellen Zahlungen reduzieren.
Die Blockchain-Initiative von SWIFT und Projekte für digitale Zentralbankwährungen wie der digitale Euro und der digitale Yuan könnten die regulierten Alternativen weiter stärken.
Der Markt für tokenisierte reale Vermögenswerte ist derzeit etwa 50 Milliarden US-Dollar wert. Ein bedeutender Teil wird auf Ethereum gehostet, aber JPMorgan sagte, dies spiegele wahrscheinlich frühe Experimente wider.
Mit zunehmender institutioneller Nutzung könnten Emission, Verwahrung und Abwicklung zunehmend auf private Infrastruktur verlagert werden, die Identitäts-, Vertraulichkeits- und Governance-Anforderungen besser erfüllt.
Öffentliche Blockchains könnten zwar weiterhin für die Verteilung und den begrenzten Sekundärhandel genutzt werden, könnten aber mit der Zeit an Bedeutung verlieren.
Die Analysten wiesen auch darauf hin, dass die DTCC Tokenisierungs-Workflows auf genehmigungspflichtiger Infrastruktur entwickelt, während Securitize tokenisierte Vermögenswerte auf Solana und Avalanche über eine regulierte Plattform emittiert hat.
Selbst wenn der CLARITY Act später in diesem Jahr verabschiedet wird, sagte JPMorgan, dass dies diese strukturellen Risiken möglicherweise nicht lösen wird. Die Gesetzgebung könnte Banken tatsächlich helfen, tokenisierte Einlagen schneller auszugeben und ihre Position weiter zu stärken.
Die Analysten sagten, ihre Prognose könnte sich ändern, wenn sich öffentliche und private Chains parallel entwickeln, Stablecoins unter klareren Regeln wachsen oder Bitcoin weiterhin hauptsächlich als Wertaufbewahrungsmittel gehandelt wird.
Der Beitrag „JPMorgan: Private Blockchains stellen ein größeres Risiko für Bitcoin dar als die BTC-Verkäufe von Strategy“ erschien zuerst auf CoinCentral.

