Coinkite veröffentlichte am 30.07. eine Coldcard-Sicherheitsempfehlung, in der Nutzer gewarnt wurden, deren Wallet-Seed-Phrasen auf betroffener Firmware generiert wurden, ihre Mittel auf einen neu generierten Seed zu übertragen.
Das Problem betrifft jede Coldcard Mk3-Firmware-Version ab 4.0.1. Die aktuelle Empfehlung des Unternehmens umfasst auch Seeds, die auf Mk4- und Mk5-Geräten vor der Firmware-Version 5.6.0 sowie auf Q-Geräten vor der Version 1.5.0Q generiert wurden.
Für die betroffenen Mk4-, Mk5- und Q-Versionen gab Coinkite an, dass die generierten Seeds etwa 72 Bit Entropie enthielten statt der erwarteten 128 Bit. Entropie bezieht sich auf die Zufälligkeit, die bei der Generierung eines Wallet-Seeds verwendet wird. Eine geringere Entropie kann die Anzahl möglicher Seed-Kombinationen verringern und betroffene Wallets potenziell anfälliger für Angriffe machen.
Coinkite teilte mit, dass die Untersuchungen noch laufen und eine formale technische Überprüfung später veröffentlicht wird.
Die Warnung erfolgte, als Bitcoin-Sicherheitsforscher eine unerklärliche Leerung von 594,48 BTC von Single-Signature-Adressen untersuchten.
Laut einem Cointelegraph-Bericht über den Bitcoin-Wallet-Abfluss wurden 1.324 nicht ausgegebene Transaktionsausgänge (UTXOs) durch 500 Transaktionen innerhalb eines Drei-Blöcke-Fensters geleert. Rund 562 BTC wurden anschließend in einer anderen Adresse konsolidiert.
Forscher haben vermutet, dass schwache Zufälligkeit während der Wallet-Generierung eine mögliche Erklärung sein könnte. Dies bleibt jedoch eine Hypothese. Kein öffentlicher Bericht hat dargelegt, wie die betroffenen privaten Schlüssel generiert wurden, welches Gerät oder welche Software sie erstellt hat oder ob das Coldcard-Seed-Generierungsproblem beteiligt war.
Die Coldcard-Warnung und die 594 BTC-Leerung sollten daher zeitlich als zusammenhängend betrachtet werden, aber es ist noch nicht bewiesen, dass sie dieselbe Ursache haben. Eine separate Untersuchung von crypto.news kam zu demselben Schluss.
Coinkite rät betroffenen Nutzern, einen neuen Seed auf einem Gerät mit aktualisierter Firmware zu generieren, das neue Backup aufzuzeichnen und zu verifizieren und die Empfangsadresse direkt auf dem Bildschirm der Hardware-Wallet zu bestätigen.
Nutzer sollten zunächst eine kleine Testtransaktion senden und bestätigen, dass die neue Wallet funktioniert, bevor sie den verbleibenden Saldo übertragen. Das alte Seed-Backup sollte aufbewahrt werden, bis die gesamte Migration abgeschlossen und verifiziert ist.
Eine starke und einzigartige BIP-39-Passphrase kann eine zusätzliche Schutzschicht bieten, ist jedoch unterschiedlich zur Coldcard-Geräte-PIN. Coinkite empfiehlt weiterhin die Migration zu einem neu generierten Seed, auch wenn eine Passphrase verwendet wurde.
Nutzer sollten Wallet-Seed-Wörter oder Passphrasen niemals in eine Website, ein Online-Formular oder ein nicht vertrauenswürdiges Gerät eingeben. Eine überstürzte Notfallmigration kann auch zusätzliche Risiken schaffen, einschließlich der Sendung von Mitteln an eine falsch aufgezeichnete Adresse.
Die verfügbaren Beweise deuten nicht auf ein Versagen der Bitcoin-Blockchain, der Konsensregeln oder des kryptografischen Protokolls hin.
Die Untersuchung betrifft stattdessen, wie individuelle Wallet-Software oder Hardware private Schlüssel generiert hat. Bitcoin kann weiterhin gültige Transaktionen verarbeiten, auch wenn der private Schlüssel eines Nutzers offengelegt oder mit unzureichender Zufälligkeit generiert wurde.
Der Vorfall wirft dennoch breitere Fragen zu Bitcoin-Self-Custody-Standards auf. Wallet-Anbieter könnten unter größerem Druck stehen, ihre Entropiequellen offenzulegen, Seed-Generierungscode zu auditieren, reproduzierbare Firmware-Builds bereitzustellen und klarere Leitlinien zu betroffenen Versionen zu veröffentlichen, wenn Schwachstellen entdeckt werden.
Für Nutzer mit bedeutenden Saldos können stärkere Passphrasen, sorgfältig gestaltete Multisignatur-Arrangements und klare Wiederherstellungsverfahren die Abhängigkeit von einem einzelnen Gerät oder Schlüsselgenerierungsprozess verringern. Das Ziel ist es nicht, Self-Custody komplizierter zu machen, sondern kritische Sicherheitsannahmen leichter verständlich und überprüfbar zu gestalten.
Die Wallet-Untersuchung ist ein Ereignis im Bereich der Custody-Sicherheit und stellt an sich kein Versagen des zugrunde liegenden Bitcoin-Netzwerks dar noch sagt sie eine spezifische BTC-Preisrichtung voraus.
Marktteilnehmer können den Live-Bitcoin-Preis und Marktdaten verfolgen, auf den BTC/USDT Spot-Markt zugreifen oder BTCUSDT Perpetual Futures auf MEXC erkunden.
Spot-Trading bietet direkte BTC-Marktexposition auf der Plattform, während Perpetual Futures Nutzern ermöglichen, Long- oder Short-Positionen einzugehen, ohne Bitcoin direkt zu halten. Futures beinhalten Hebel-, Liquidations- und Funding-Rate-Risiken und sind möglicherweise nicht für unerfahrene Nutzer geeignet. Der Handel über eine Börse ersetzt auch keinen unabhängigen Self-Custody- und Wallet-Backup-Plan.
Die Coldcard-Empfehlung zeigt, wie ein Problem bei der Wallet-Seed-Generierung ernsthafte Risiken schaffen kann, auch wenn das Bitcoin-Netzwerk normal weiterarbeitet.
Vorerst bleibt die 594,48 BTC-Leerung unerklärt, und ihre Verbindung zu Coldcard wurde nicht hergestellt. Die unmittelbare Priorität liegt darin, dass betroffene Nutzer die offizielle Migrationsanleitung sorgfältig befolgen. Die langfristige Frage ist, ob Wallet-Hersteller und das breitere Bitcoin-Ökosystem strengere Standards für Entropie-Transparenz, Sicherheitsaudits und Notfallmigrationsverfahren einführen werden.