2026 hat begonnen, und viele sind unsicher, wie sich der Krypto-Markt in diesem Jahr entwickeln wird. Besonders nach 2025, das ganz anders verlief, als viele erwartet hatten, ist die Unsicherheit aktuell groß.
Da die Meinungen weiterhin auseinandergehen, bleibt eine wichtige Frage offen: Wird 2026 einer der stärksten Bärenmärkte in der Krypto-Geschichte bringen? BeInCrypto hat mit mehreren Experten aus der Branche gesprochen, um herauszufinden, was dieses Jahr bringen könnte.
BeInCrypto hat zuvor berichtet, dass es für die Krypto-Märkte 2025 viele optimistische Erwartungen gab. Gründe dafür waren unter anderem ein krypto-freundlicher Präsident in den USA und gute Bedingungen durch die Wirtschaft, etwa Zinssenkungen und mehr Geld im Markt durch die US-Notenbank.
Doch trotz dieser positiven Faktoren endete das Jahr mit Verlusten. Der Bitcoin-Kurs fiel 2025 um 5,7 Prozent. Besonders im vierten Quartal sackte er um ganze 23,7 Prozent ab – das war das schlechteste vierte Quartal seit 2018.
Viele Experten haben deshalb ihre Erwartungen angepasst und sind sich beim weiteren Verlauf des Marktes unsicher. In solch unsicheren Zeiten schauen viele Anleger auf die Vergangenheit, um Orientierung zu finden.
Beim Bitcoin ist der sogenannte Vier-Jahres-Zyklus eine der bekanntesten Methoden, um den nächsten Schritt im Markt vorherzusagen. Nach diesem Modell würde 2026 normalerweise den Beginn eines Bärenmarktes anzeigen.
Bedeutet das, dass der Markt weiter fällt? Nicht unbedingt. Immer mehr Fachleute sind der Meinung, dass dieses Muster nicht mehr immer gilt.
Nic Puckrin, Analyst und Mitgründer von Coin Bureau, meint, der Vier-Jahres-Zyklus sei nicht mehr der beste Weg, um den Bitcoin zu analysieren. Seiner Ansicht nach haben sich die Bedingungen am Markt deutlich verändert – vor allem seit es den ETF gibt und immer mehr große Investoren aktiv sind.
Jamie Elkaleh, Marketingleiter bei Bitget Wallet, meint zudem, dass nun klassische Wirtschaftszyklen wichtiger werden. Er sagt:
Auch Andrei Grachev, leitender Partner bei DWF Labs, betont, dass zwar das Halving noch eine Rolle spielt, es allein das Verhalten am Markt aber nicht mehr erklärt.
Er sagt, da Krypto immer mehr von großen Investoren geprägt wird, verhält es sich mittlerweile eher wie ein weltweiter Anlagewert statt wie ein eigenes System. Dadurch verlieren einfache Vorhersagemodelle, die auf Zyklen basieren, an Aussagekraft.
Wenn es also nicht mehr um den Vier-Jahres-Zyklus geht, schauen manche Analysten auf längere Zeiträume. Ein Beispiel ist der sogenannte Benner-Zyklus. Nach diesem Modell ist 2026 ein Jahr der „guten Zeiten, hohen Kurse und der Zeit, um Aktien und Werte zu verkaufen.“
Wenn das Muster stimmt, gäbe es überwiegend bullische Bedingungen. Ist deshalb ein neuer Bullenmarkt sicher? Experten sagen, so einfach ist es heute nicht mehr.
Elkaleh sagte zu BeInCrypto, dass die enttäuschten bullischen Erwartungen 2025 ein klarer Wechsel weg von übertriebener Spekulation sind. Jetzt sei Bitcoin mehr mit anderen Märkten verbunden.
Grachev sieht das ähnlich. Er meint, 2026 passe wohl nicht zu den üblichen Bezeichnungen wie Bullen- oder Bärenmarkt.
Er erklärte auch, dass Altcoins weiterhin sehr schwanken werden, aber die Möglichkeiten größer sind als früher. Zusammen zeigen diese Entwicklungen, dass der Markt 2026 insgesamt strukturierter und stärker von echter Nachfrage geprägt sein könnte.
Grachev betonte, dass der „schmerzhafte Neustart“ beim Crash am zehnten Oktober den Markt in eine gesündere Lage gebracht hat. In Zukunft wird der Markt weniger anfällig sein und stärker auf Nachfrage reagieren.
Am Ende beschrieb Puckrin die letzten Monate als eine Phase der Neubewertung. In dieser Phase haben viele langfristige „OG“-Halter verkauft und Institutionen haben das überschüssige Angebot gekauft.
Obwohl der allgemeine Ausblick vorsichtig optimistisch bleibt, zeigt der Markt oft Überraschungen. BeInCrypto fragte Experten, welche Faktoren realistisch gesehen einen extremen Krypto-Bärenmarkt im Jahr 2026 auslösen oder verstärken könnten.
Puckrin meint, dass für ein extremes Bären-Szenario wahrscheinlich mehrere Faktoren zusammenkommen müssten. Dazu gehören weniger verfügbare Mittel weltweit, eine längere Phase, in der Anleger Risiken meiden, und ein struktureller Schock.
Beim Bitcoin könnte so ein Schock passieren, wenn viele Firmen ihr Krypto-Vermögen verkaufen und der schon schwache Markt diese Menge nicht aufnehmen kann.
Elkaleh sagte, dass ein extremer Krypto-Bärenmarkt im Jahr 2026 wahrscheinlich eher durch äußere Schocks als durch Schwächen innerhalb der Krypto-Branche ausgelöst wird.
Konstantins Vasilenko, Mitgründer von Paybis, sagte, ein extremer Bärenmarkt 2026 wäre wohl eine Fortsetzung der aktuellen Lage. Der Markt wird von Institutionen bestimmt, private Anleger bleiben außen vor.
Maksym Sakharov, Mitgründer und CEO von WeFi, warnte, dass zukünftiger Marktdruck durch zu hohe Hebelwirkung entstehen könnte.
Auf der anderen Seite nannten Experten auch Faktoren, die ein Bären-Szenario komplett entkräften und einen neuen Bullenmarkt unterstützen könnten. Grachev meint, dass der bärische Ausblick hauptsächlich wegen zwei Punkten schwächer wird: weniger riskante Hebelprodukte und mehr Kapital, das langfristig investiert bleibt.
Er erklärte, dass im Vergleich zu früheren Zyklen das geringere Risiko zu mehr Disziplin im Markt führt. Außerdem helfen klarere Regeln Institutionen dabei, leichter in den Markt einzusteigen.
Elkaleh meint, das Bären-Szenario verliert an Kraft, wenn Staaten oder große Märkte Krypto stärker übernehmen oder Finanzwerte im großen Stil durch Token abgebildet werden. Sollte etwa ein G20-Land Bitcoin als Reserve aufnehmen oder US-Behörden mehr Tokenisierung an den Kapitalmärkten erlauben, könnte das die Sicht auf die Knappheit von Bitcoin verändern — weg von Spekulation, hin zu echter Bedeutung.
Mark Zalan, CEO von GoMining, teilte eine langfristige Sicht und betonte, dass die Krypto-Branche widerstandsfähiger wird, wenn die Nachfrage nach echten Anwendungen wächst und nicht nur die Stimmung zählt. Er sieht drei Hauptfaktoren:
Ob das Jahr 2026 ein Bullenmarkt, ein Bärenmarkt oder ein Mittelding wird, hängt auch davon ab, wie schnell Frühsignale erkannt werden, die auf das Kommende hindeuten könnten.
Puckrin schaut dabei weniger auf kurzfristige Kursänderungen, sondern mehr auf die Marktstruktur. Er sagte, dass anhaltende Rückgänge unter die 50-Wochen- und 100-Wochen-Durchschnitte und häufiges Scheitern an wichtigen Widerständen ein „Alarmsignal“ wären.
Elkaleh sagte, dass meistens zuerst verschiedene On-Chain-Signale erscheinen, bevor nur die Kursentwicklung bestätigt, dass wir uns in einem tiefen Bärenmarkt befinden. Wenn die Zahl der Wallets mit 100 bis 1.000 Bitcoin über längere Zeit sinkt, kann das ein Zeichen sein, dass erfahrene Teilnehmer ihr Risiko verringern.
Er sagte außerdem, dass es oft so ist: Schwächt sich die On-Chain-Kaufnachfrage ab und bleibt der Kurs stabil, dann bedeutet das, der Markt wird eher durch Hebelwirkung als durch echtes Interesse gestützt. Gleichzeitig kann ein anhaltendes Wachstum der Stablecoin-Menge zeigen, dass mehr Unsicherheit herrscht. Dabei schiebt sich Kapital in eine vorsichtige Position, bleibt aber im Krypto-Bereich.
Anders sieht es Sakharov. Er findet, die umgekehrte Entwicklung ist besorgniserregender. Er sagte:
Grachev glaubt hingegen, die ersten Signale zeigen sich meist durch Derivate und Liquiditätsbedingungen. Dort sieht man am schnellsten, wie viel Risiko Marktteilnehmende eingehen möchten.
Bleiben die Funding-Raten länger negativ, sinkt das offene Interesse und werden die Orderbücher dünner, dann zeigt das: Die Beteiligten agieren defensiver und Kapital wird vorsichtiger.
Im Jahr 2026 wird der Krypto-Markt immer stärker von Wirtschaftslage, institutionellem Verhalten und Liquidität beeinflusst, nicht mehr nur von alten Marktzyklen. Auch wenn es weiterhin Risiken nach unten gibt, meinen Experten, der Markt gehe gerade in eine Phase der Konsolidierung und Unterschiede über. Hier zählen vor allem strukturelle Signale und Kapitalströme, nicht nur einfache bullische oder bärische Einordnung.
Der Beitrag Droht 2026 ein massiver Krypto-Bärenmarkt? Experten geben Einschätzungen erschien zuerst auf BeInCrypto - Krypto News.

