Ethereum-Mitgründer Vitalik Buterin unterstützt weiterhin öffentlich Tornado Cash Hauptentwickler Roman Storm.
Diese neue Unterstützung zeigt Buterin kurz vor Storms Urteil, weil dieser ein nicht lizenziertes Geldtransfergeschäft betrieben haben soll.
Buterin sieht Datenschutztools nicht als kriminelle Mittel, sondern als wichtigen Schutz vor moderner digitaler Überwachung. Der Ethereum-Chef bittet die Krypto-Community darum, sich für Entwickler einzusetzen, die ein rechtliches Risiko tragen.
Storm wurde im August 2025 wegen Beteiligung an einem nicht lizenzierten Geldtransfergeschäft verurteilt. Ihm drohen bis zu fünf Jahre Gefängnis und Geldstrafen von 250.000 USD oder das Doppelte des Wertes der illegalen Gelder.
Bei den Anklagepunkten Geldwäsche und Sanktionen konnte sich die Jury nicht einigen. Storm wurde in diesen Punkten teilweise freigesprochen. Richterin Katherine Polk Failla verwies außerdem auf Storms Kooperation und sein geringes Fluchtrisiko und ließ ihn bis zur Urteilsverkündung frei.
Tornado Cash wurde gemeinsam von Storm, Alexey Pertsev und Roman Semenov gegründet. Die Plattform nutzt Zero-Knowledge-Beweise, um Absender und Empfänger auf der Blockchain zu trennen. Im August 2022 wurde Tornado Cash vom US-Finanzministerium sanktioniert, da Behörden behaupten, die Plattform habe bei Geldwäsche geholfen – auch durch kriminelle Gruppen wie nordkoreanische Hacker.
Der Fall bringt größere Fragen zum Thema Haftung von Entwicklern für dezentrale Software auf, besonders dann, wenn solche Tools auch rechtmäßige Datenschutzfunktionen haben.
In seinem offenen Brief betonte Buterin, dass Datenschutztools nötig sind, um Menschen vor ständiger Online-Überwachung und dem Handel mit persönlichen Daten zu schützen. Er nannte dabei als Beispiel, dass er Tornado Cash selbst genutzt habe, unter anderem für anonyme Software-Käufe und Spenden an Menschenrechtsorganisationen. So stellt er die Technologie als wichtigen Schutz – nicht als kriminelles Werkzeug – dar.
Der Krypto-Manager kritisierte außerdem staatliche Datenbanken und private Firmen, weil sie oft sensible Daten preisgeben – manchmal sogar an ausländische Gegner.
Storm bedankte sich für Buterins Unterstützung und bat die Krypto-Community, ebenfalls Briefe zu schreiben und für das Recht zu kämpfen, Open-Source-Datenschutzsoftware zu entwickeln und zu nutzen.
Auch große Organisationen unterstützen nun Storm. Die Ethereum Foundation und Keyring Network haben eine gemeinsame Aktion gestartet: Protokollgebühren aus Keyrings zkVerified DeFi-Vaults fließen für zwei Monate an den Rechtshilfefonds von Storm und Pertsev. Die Ethereum Foundation spendete dazu weitere 500.000 USD.
Mit dieser Aktion wächst die Sorge, dass die Strafverfolgung von Entwicklern wegen ihrer Codes abschreckend auf andere wirken könnte.
Doch auch von Regulierungsseite gibt es Signale für einen möglichen Wandel. Matthew Galeotti, kommissarischer Leiter der Strafrechtsabteilung des DOJ, sagte vor Kurzem, dass wirklich dezentrale Software die Haftung für Entwickler senken kann. Diese Aussagen sind aber nicht bindend.
Diese Kommentare machen der Krypto-Community ein wenig Hoffnung. Storms baldiges Urteil wird jedoch zeigen, welche Zukunft Datenschutz-Technologien im US-Recht haben.
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