Die US-Börsenaufsicht SEC hat ein umfassendes Klassifizierungsmodell für tokenisierte Wertpapiere veröffentlicht – am selben Tag, an dem der Robinhood-CEO die TDie US-Börsenaufsicht SEC hat ein umfassendes Klassifizierungsmodell für tokenisierte Wertpapiere veröffentlicht – am selben Tag, an dem der Robinhood-CEO die T

Robinhood vs. Do Kwon: SEC schafft Klarheit bei Aktien-Token


Die US-Börsenaufsicht SEC hat ein umfassendes Klassifizierungsmodell für tokenisierte Wertpapiere veröffentlicht – am selben Tag, an dem der Robinhood-CEO die Tokenisierung des Aktienmarktes forderte.

Gleichzeitig zeigt das Beispiel des Mirror Protocols auf Terra, dem ersten großen Versuch mit synthetischen tokenisierten Wertpapieren, wie dringend klare Regeln nötig sind. Über 40 Mrd. USD gingen für Investoren verloren, der Gründer hat sich für schuldig bekannt.

SEC stellt neues Rahmenwerk für tokenisierte Wertpapiere vor

Am 28. Januar gaben drei Abteilungen der SEC gemeinsam eine “Stellungnahme zu tokenisierten Wertpapieren” ab. Darin teilt die SEC verschiedene Modelle von Blockchain-Wertpapieren ein und erklärt, wie die geltenden US-Wertpapiergesetze für die jeweiligen Arten anzuwenden sind.

Die SEC unterscheidet dabei grob zwei Arten von tokenisierten Wertpapieren. Die erste ist „issuer-sponsored tokenized securities“. Hier gibt ein Unternehmen selbst seine Wertpapiere als Token aus. Die Blockchain dient dabei als Teil des offiziellen Registers der Inhaber. Ein Transfer eines Tokens ist dann gleichbedeutend mit der Übertragung des Eigentums am Wertpapier.

Die zweite Art nennt die SEC „third-party-sponsored tokenized securities“. Hier werden Wertpapiere von Dritten in Token aufgeteilt, ohne Bezug zum Emittenten. Innerhalb dieser Kategorie gibt es wiederum das Verwahrungsmodell und das synthetische Modell. Beim Verwahrungsmodell werden die Wertpapiere sicher verwahrt und ein Token steht für eine indirekte Beteiligung. Beim synthetischen Modell gibt es jedoch nur einen Bezug zum Kurs, aber keine echten Eigentumsrechte.

Mirror Protocol: Das dunkle Vorbild

Das Mirror Protocol war der erste große Versuch mit dem, was die SEC heute als „synthetische tokenisierte Wertpapiere“ bezeichnet. Do Kwon startete das Projekt im Dezember 2020 auf der Terra-Chain. Die Plattform ermöglichte angeblich Handel mit synthetischen Versionen von US-Aktien, unter anderem Apple und Tesla.

Do Kwon warb dafür, das Projekt verschaffe „einfachen Zugang zu globalen Finanzmärkten für benachteiligte Nutzer“. Er behauptete, Mirror sei dezentral aufgebaut, er und Terraform hätten keinen Einfluss auf die Verwaltung.

Die Wahrheit war allerdings eine andere. Laut einer Mitteilung der US-Staatsanwaltschaft vom Dezember 2025 hielten Do Kwon und Terraform die Kontrolle über Mirror heimlich und nutzten automatische Trading-Bots, um die Kurse der synthetischen Vermögenswerte zu manipulieren. Zudem verfälschten sie Nutzerzahlen, um Investoren über die Nutzung und Dezentralität von Mirror zu täuschen.

Mirror war Teil eines größeren Betrugssystems bei Terraform. Nach dem Zusammenbruch von UST und LUNA im Mai 2022 verloren Anleger über 40 Mrd. USD. Do Kwon wurde im März 2023 in Montenegro mit einem gefälschten Pass festgenommen und am 11. Dezember 2025 zu 15 Jahren Haft verurteilt.

Robinhood-Stock-Token: Neue Strategie sorgt für Aufsehen

Robinhood bietet in Europa schon mehr als 2.000 US-Aktien-Token an. Die Firma beschreibt diese als „tokenisierte Verträge, die dem Kurs der Aktie folgen“ und als „Derivate, die keine Eigentumsrechte an Wertpapieren bieten“ – damit fallen sie genau in die Kategorie „synthetische tokenisierte Wertpapiere“ laut SEC, wie auch Mirror.

Die Unterschiede sind jedoch erheblich. Robinhood ist ein reguliertes Finanzunternehmen. Es hält sich an MiFID II und erklärt offen die Eigenschaften der eigenen Produkte. Die Basiswerte liegen bei einer in den USA lizenzierten Institution. Anleger können bereits mit 1 EUR einsteigen und erhalten gegebenenfalls Dividenden ausgezahlt.

Im Gegensatz dazu gab sich Mirror als „dezentrales Community-Projekt“ aus, um die Regulierung zu umgehen. Tatsächlich wurde das Projekt heimlich kontrolliert. Die Sicherheiten waren die algorithmische Stablecoin UST, die am Ende zerbrach.

Tenevs Vision: Von GameStop zur Tokenisierung

Robinhood-Chef Vlad Tenev veröffentlichte seine Stellungnahme am 28. Januar – genau fünf Jahre nach dem GameStop-Handelsstopp, der für Robinhood zur Krise wurde. Er sieht das T+2-Abwicklungssystem als Hauptproblem und meint, durch Tokenisierung und Echtzeit-Abwicklung gäbe es eine Lösung dafür.

„T+1 ist immer noch viel zu lang, besonders wenn man bedenkt, dass es an Freitagen häufig T+3 oder an langen Wochenenden sogar T+4 bedeutet“, schrieb Tenev. Blockchain-basierte Tokenisierung würde das Abwicklungsrisiko beseitigen und den Handel rund um die Uhr möglich machen.

Tenev kündigte an, dass Robinhood in den kommenden Monaten den Handel rund um die Uhr und Zugang zu DeFi ermöglichen will. Anleger könnten ihre Aktien-Token selbst aufbewahren und sie für Verleih und Staking nutzen. Wird das umgesetzt, wäre Robinhood eher ein Verwahrungsmodell als ein synthetisches. Dies könnte das Risiko verringern, im Fall einer Insolvenz alles zu verlieren.

Dringender Ruf nach klaren Krypto-Regeln

Tenev lobte die SEC-Spitze für ihre Offenheit gegenüber Tokenisierungs-Experimenten und forderte die Verabschiedung des CLARITY Act, der aktuell im US-Kongress beraten wird. „Ein Gesetz würde sicherstellen, dass spätere Kommissionen die bisherigen Fortschritte bei der SEC nicht aufgeben oder zurücknehmen“, schrieb er.

Die SEC-Stellungnahme spiegelt nur die Auffassung der Mitarbeitenden wider und ist rechtlich nicht bindend. Doch der Fall Mirror zeigt, was ohne klare Regeln passieren kann. Do Kwon behauptete, „Dezentralisierung“ mache ihn von Wertpapiergesetzen unabhängig – doch das neue SEC-Modell weist diese Argumentation klar zurück.

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