XRP startet im Februar unter Druck. Der Token ist in den letzten 24 Stunden fast sieben Prozent gefallen. Im letzten Monat betrug das Minus rund fünf Prozent. Das zeigt die wachsende Schwäche auf dem Markt. Der Februar war für den XRP-Kurs schon oft schwierig. Daten zeigen: Die mittlere Februar-Rendite liegt bei minus 8,12 Prozent. Im Schnitt fällt der Kurs um fünf Prozent. Im Jahr 2025 ist der Token im gleichen Zeitraum um fast 29 Prozent gesunken.
Auch dieses Jahr zeigen technische und On-Chain-Signale ähnliche Risiken. Gleichzeitig lassen gezielte Käufe und erste Momentum-Anzeichen hoffen, dass eine Erholung möglich bleibt. Die folgenden Daten zeigen, wie es derzeit aussieht.
XRP bewegt sich weiter in einem langfristigen abwärts gerichteten Kanal im 2-Tages-Chart. Ein fallender Kanal ist eine bärische Struktur, bei der der Kurs tiefere Hochs und tiefere Tiefs innerhalb paralleler Trendlinien ausbildet.
Seit Mitte 2025 begrenzt dieses Muster die Anstiege und drückt die Kurse langsam nach unten. Da der traditionell schwache Februar näher rückt, nähert sich XRP nun der unteren Grenze des Kanals. Das Risiko weiterer Verluste steigt dadurch.
Vasily Shilov, Chief Business Development Officer bei SwapSpace, sagt, dass saisonale Muster weiterhin eine Rolle spielen, aber allein nicht mehr entscheidend sind.
Die technische Schwäche kam jedoch nicht plötzlich.
Zwischen 2. Oktober und 5. Januar bildete XRP ein tieferes Hoch, während der Relative Strength Index (RSI) ein höheres Hoch zeigte. Der RSI misst das Momentum und zeigt, ob Kauf- oder Verkaufsdruck zunimmt.
Diese Abweichung nennt man versteckte bärische Divergenz. Sie deutet oft darauf hin, dass die Aufwärtsdynamik nachlässt, bevor eine Korrektur startet. Dieses Signal zeigte sich Anfang Januar und dann fiel der Kurs um fast 30 Prozent.
Im Moment entsteht ein neues Muster.
Zwischen 10. Oktober und 29. Januar kam es zu einem neuen Tief beim XRP-Kurs (zum Redaktionszeitpunkt aktiv), während der RSI versucht, ein höheres Tief zu formen. Das ist die Basis für eine bullische Divergenz, die auf ein Ende des aktuellen Trends hindeuten kann.
Damit dieses Signal bestätigt wird:
Wenn beide Bedingungen erfüllt sind, schwächt sich das Abwärtsmomentum ab und die Chance auf eine Erholung steigt. Wenn das nicht passiert, bleibt der bärische Kanal bestehen.
Während der XRP-Kurs weiter fällt, zeigt sich bei den Kapitalströmen ein komplexeres Bild.
Der Chaikin Money Flow (CMF), der den Kaufdruck großer Wallets und Institutionen misst, stieg zwischen 5. Januar und 25. Januar an – obwohl der Kurs sank. Das ergibt eine bullische Divergenz.
Das deutet darauf hin, dass größere Investoren oder Institutionen während des Rückgangs heimlich XRP gekauft haben.
Die ETF-Flüsse bestätigen den Trend. Zwar war das ETF-Gesamtbild im Januar wegen hoher Abflüsse am 21. Januar noch negativ, aber gegen Monatsende stiegen die Zuflüsse. Die letzten grünen Balken zeigen wieder wachsendes Interesse von institutionellen Anlegern.
Shilov sagte, dass die Kursbewegungen der ETFs im Januar eher auf Vorsicht wegen der gesamten Wirtschaftslage hinweisen und nicht auf grundsätzliche Probleme bei der Nachfrage nach XRP.
Er erklärte, dass durch den Druck am gesamten Markt viele Anleger lieber auf sichere Werte wie Gold und Silber umgestiegen sind. Trotzdem haben die XRP-Spot-ETFs seit ihrem Start bereits mehr als 1,3 Mrd. USD an Zuflüssen erhalten und bisher keinen Monat mit Abflüssen gesehen.
Allerdings sorgen die Daten von den Börsen für Zweifel an dieser positiven Stimmung.
Das Gleichgewicht der XRP-Börsenflüsse ist seit dem 17. Januar stark gestiegen: von −7,64 Mio. auf +3,78 Mio. Besonders auffällig ist dabei das Muster.
Am 25., 27. und 29. Januar gab es drei aufeinanderfolgende Spitzen bei den Zuflüssen. Schon am 4., 8. und 13. Januar zeigte sich ein ähnliches Muster. Damals fiel XRP von 2,10 USD auf 1,73 USD – das war ein Rückgang um etwa 18 Prozent. Deshalb zeigt das aktuelle Zuflussmuster trotz ETF-Hoffnung ein klares Risikosignal.
Shilov ergänzte, dass die Nachfrage durch ETFs alleine noch nicht ausreiche, um XRP vollständig gegen den Einfluss des gesamtem Markts abzusichern. Nach Daten von SwapSpace verfolgt XRP die Bewegung von Bitcoin und die Stimmung am Markt weiterhin, besonders wenn die ETF-Zuflüsse schwanken.
Auch das Verhalten der großen Investoren („Whales“) spielt eine Rolle.
Wallets mit mehr als 1 Mrd. XRP haben seit Anfang Januar, also seit Beginn der Preiskorrektur, stetig weiter gekauft. Die gehaltene Menge stieg von 23,35 Mrd. auf 23,49 Mrd. XRP. Das zeigt, dass bei sinkendem Kurs trotzdem viel Kapital investiert wird.
Im letzten Jahr warteten diese Großinvestoren bis Ende Februar mit dem Kauf. Jetzt bauen sie aber schon früher Positionen auf. Dadurch sinkt das Risiko für einen starken Preissturz, doch kurze Rücksetzer bleiben weiterhin möglich.
Shilov sagte, man müsse das Verhalten der Großinvestoren genau betrachten. Seiner Meinung nach ähneln die aktuellen Muster eher einer taktischen Vorbereitung als einem klaren Bekenntnis.
Die Signale widersprechen sich also, was den Rückgang im Januar um 5 Prozent erklärt. Allerdings ist das weit weniger als der kräftige Kursrutsch von fast 15 Prozent im Dezember 2025.
Die XRP-Kursstruktur zeigt nun ganz klar die wichtigen Marken. Zuerst muss XRP die Zone bei 1,71 bis 1,69 USD verteidigen. Kommt es zu einem Schlusskurs an zwei Tagen unterhalb dieses Bereichs, wäre die Unterstützung verloren und es droht ein größerer Preisrückgang.
Passiert das, liegt die nächste wichtige Unterstützung bei 1,46 USD. Bleibt der Kurs länger darunter, könnten viele verkaufen und XRP sogar auf 1,24 USD fallen.
Dieses Szenario wird wahrscheinlicher, wenn die Zuflüsse zu den Börsen weiter steigen und die Nachfrage über ETF nicht stärker wird.
Für eine Erholung kommt es vor allem auf eine Marke an: XRP muss 1,97 USD auf Basis von zwei Tages-Schlusskursen zurückerobern. Das wäre ein Ausbruch über den kurzzeitigen Widerstand und zeigt, dass die Käufer wieder die Kontrolle haben. Auf diese wichtige XRP-Marke haben die Analysten von BeInCrypto bereits hingewiesen.
Ein klarer Ausbruch über 1,97 USD könnte den Weg zu 2,41 USD eröffnen. Dort treffen sich wichtige Fibonacci- und Widerstandslinien im Chart.
Für die Zukunft sagte Shilov außerdem: Das stärkste bullische Signal für einen Ausbruch wäre, wenn die ETF-Zuflüsse wieder so anhalten wie zum Start im November.
Er deutete außerdem ein mögliches Kursniveau an, bei dem ein Abwärtsbruch passieren könnte. Das passt genau zu unserer Analyse:
Jetzt geht es um die Unterstützung bei 1,69 USD und den Widerstand bei 1,97 USD. Das Level, das zuerst gebrochen wird, dürfte den Kurs von XRP für den Rest des Februars bestimmen.
Der Beitrag Was erwartet dich beim XRP-Kurs im Februar 2026? erschien zuerst auf BeInCrypto - Krypto News.


