Polymarket hat rechtliche Schritte gegen Beamte in Massachusetts eingeleitet, um zu verhindern, dass der Bundesstaat seine Prognosemärkte einschränkt.
Der Schritt erfolgt, während US-Regulierungsbehörden und Gerichte die Kontrolle von Plattformen verstärken, die es Nutzern ermöglichen, auf reale Ereignisse zu handeln, insbesondere im Sport.
Am 10.02.2025 reichte Polymarket eine Klage vor einem Bundesgericht gegen die Generalstaatsanwältin von Massachusetts, Andrea Campbell, und staatliche Glücksspielaufsichtsbehörden ein. Das Unternehmen erklärte, die Bedrohung durch Durchsetzungsmaßnahmen sei „unmittelbar und konkret", nach einem kürzlichen Urteil gegen die Konkurrenzplattform Kalshi.
Laut Polymarket würde ein staatlicher Eingriff den nationalen Betrieb stören, die Nutzerbasis fragmentieren und das Unternehmen zwingen, zwischen bundesstaatlicher Compliance und staatlichen Beschränkungen zu wählen. Das Unternehmen argumentiert, dass seine Märkte unter bundesstaatliche Aufsicht fallen und nicht als lokale Glücksspielprodukte behandelt werden sollten.
Im Zentrum des Falls steht ein Streit darüber, wer das Recht hat, Prognosemärkte zu regulieren.
Polymarket sagt, seine Ereignisverträge unterliegen der Commodity Futures Trading Commission. Nach Bundesrecht überwacht die CFTC Derivate- und Futures-Märkte, einschließlich bestimmter Arten von Prognoseprodukten. Das Unternehmen behauptet, diese Autorität setze staatliche Glücksspielregeln außer Kraft.
In seiner Beschwerde verwies Polymarket auf Äußerungen des CFTC-Vorsitzenden Michael Selig vom 29.01., der sagte, die Behörde werde neu bewerten, wie sie mit Fällen umgeht, die ihre Zuständigkeit testen. Kurz darauf reichte die CFTC einen Amicus Brief in einem verwandten Rechtsstreit mit Crypto.com ein.
Die Gerichte in Massachusetts haben eine andere Sicht eingenommen. Letzte Woche weigerte sich ein staatlicher Richter, ein Verbot von Kalshis Sportverträgen auszusetzen, und entschied, dass die Plattform die staatlichen Glücksspielgesetze befolgen muss. Der Richter sagte, der Kongress habe nicht beabsichtigt, dass bundesstaatliche Regulierung traditionelle staatliche Befugnisse über Glücksspiel ersetzt.
Kalshi hat gegen die Entscheidung Berufung eingelegt, aber eine Aussetzung wurde abgelehnt. Das Urteil verlangt vom Unternehmen, Nutzer aus Massachusetts innerhalb von 30 Tagen von Sportmärkten zu blockieren. Ein Bundesrichter in Nevada lehnte kürzlich auch Coinbases Antrag auf Schutz vor einer ähnlichen Durchsetzungsmaßnahme ab, was den rechtlichen Druck auf Prognoseplattformen erhöht.
Robinhood, das mit Kalshi zusammenarbeitet, strebt nun eine eigene einstweilige Verfügung in Massachusetts an, um staatliche Lizenzierungsanforderungen zu vermeiden.
Die Klage von Polymarket spiegelt breitere Spannungen zwischen schnell wachsenden Prognosemärkten und staatlichen Regulierungsbehörden wider.
In einer Erklärung in sozialen Medien sagte Neal Kumar, Chief Legal Officer von Polymarket, das Unternehmen kämpfe „für die Nutzer". Er argumentierte, staatliche Beamte würden sich beeilen, Innovationen zu stoppen und Bundesgesetze zu ignorieren.
Er fügte hinzu, dass Massachusetts und Nevada Gefahr laufen, eine Gelegenheit zu verpassen, neue Marktmodelle zu unterstützen, die Finanzen, Daten und öffentliche Prognosen verbinden. Staatliche Beamte haben bisher eine Stellungnahme zur Klage abgelehnt.
Der Fall kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Prognosemärkte breite Aufmerksamkeit erhalten. Jump Trading tätigte kürzlich Investitionen in Polymarket und Kalshi, zwei Plattformen, die institutionelle Unterstützung erhalten haben. Laut jüngsten Finanzierungsrunden wird Polymarket auf etwa 9 Milliarden Dollar geschätzt.
Befürworter behaupten, dass diese Märkte durch die Ermöglichung des Handels mit Wirtschafts-, Sport- und Wahldaten die Preisfindung und öffentliche Erkenntnisse verbessern. Viele Verträge ähneln laut Kritikern unlizenziertem Glücksspiel und könnten Nutzer gefährden.
Wenn Polymarket Erfolg hat, könnte dies die Fähigkeit der Bundesstaaten einschränken, Prognosemärkte zu regulieren, und die Rolle der CFTC landesweit stärken. Eine Niederlage könnte jedoch mehr Bundesstaaten dazu ermutigen, Lizenzierungsregeln oder Verbote zu verhängen.


