Am 13.02.2026 kündigte der Erste Stellvertretende Gouverneur Vladimir Chistyukhin auf der Alfa Talk-Konferenz an, dass die Bank von Russland in diesem Jahr eine Machbarkeitsstudie durchführen wird, um ihre langjährige Ablehnung von fiatgebundenen digitalen Vermögenswerten zu überprüfen. Der Schritt signalisiert eine bemerkenswerte Trendwende einer Regulierungsbehörde, die privat ausgegebenen digitalen Währungen historisch skeptisch gegenüberstand.
Die Studie, die das gesamte Jahr 2026 laufen soll, wird internationale Praktiken und ausländische Fallstudien untersuchen, um sowohl die Risiken als auch die potenziellen Vorteile von Stablecoins zu bewerten. Laut Chistyukhin werden die Ergebnisse zur öffentlichen Diskussion vorgelegt, bevor endgültige Entscheidungen über Ausgaberegeln oder Gesetzesänderungen getroffen werden.
Die strategische Begründung hinter dem Politikwechsel ist klar. Russische Behörden suchen nach effizienteren grenzüberschreitenden Zahlungsinstrumenten, da westliche Sanktionen weiterhin den Zugang zu traditionellen Finanzkanälen einschränken. Stablecoins – insbesondere solche, die an den Rubel gebunden sind – werden zunehmend als potenzielle Lösung für Abrechnungs- und Handelsströme betrachtet.
Das schnelle Wachstum von A7A5 hat dieses Argument gestärkt. Der aus Kirgisistan stammende, rubelgebundene Stablecoin verarbeitete Berichten zufolge während 2025, seinem ersten Betriebsjahr, mehr als 100 Milliarden Dollar an Transaktionen und hat eine Marktkapitalisierung von über 500 Millionen Dollar überschritten. Das Ausmaß der Aktivität zeigt eine starke Nachfrage nach digitalen Instrumenten, die an den Rubel gebunden sind, insbesondere bei grenzüberschreitenden Anwendungsfällen.
Die Neubewertung folgt auch einem Vorschlag vom Dezember 2025, dezentrale Kryptowährungen und Stablecoins als „monetäre Vermögenswerte" zu klassifizieren. Gesetzgeber arbeiten daran, bis zum 01.07.2026 einen umfassenderen rechtlichen Rahmen zu entwerfen.
Die Nutzung von Kryptowährungen in Russland hat sich rapide ausgeweitet. Das Finanzministerium hat kürzlich offengelegt, dass der tägliche Umsatz unter russischen Marktteilnehmern etwa 50 Milliarden Rubel oder rund 650 Millionen Dollar erreicht hat. Dieses Aktivitätsniveau unterstreicht, warum Regulierungsbehörden sich in Richtung strukturierter Aufsicht statt offener Ablehnung bewegen.
Ein umfassendes Kryptowährung Gesetz zur Regulierung des russischen Kryptowährungsmarktes wird voraussichtlich im Frühjahr 2026 verabschiedet. Bis Ende 2026 könnten die ersten lizenzierten Krypto-Dienstleister unter dem neuen Rahmen tätig werden. Die Behörden planen außerdem, ab dem 01.07.2027 Haftung für illegale Krypto-Operationen einzuführen.
Gleichzeitig schlägt Russlands Gesetzesentwurf Berichten zufolge strenge Grenzen für Privatanleger vor. Einzelpersonen könnten beim Kauf von Kryptowährungen im Wert von 300 000 Rubel – etwa 3 900 Dollar – jährlich über einen einzigen Vermittler begrenzt werden und müssten vor dem Zugang eine Risikokenntnisbewertung bestehen.
Der externe Druck nimmt ebenfalls zu. Das von der Europäischen Union vorgeschlagene 20. Sanktionspaket, dessen Verabschiedung für den 24.02.2026 erwartet wird, umfasst ein pauschales Verbot von Kryptowährungstransaktionen und Plattformen mit Russlandbezug. Die Maßnahmen zielen speziell auf rubelgebundene Stablecoins wie A7A5 ab und verbieten präventiv Transaktionen mit Russlands geplanter digitaler Zentralbankwährung.
Falls verabschiedet, würden die Sanktionen die internationale Nutzbarkeit russlandgebundener digitaler Vermögenswerte erheblich erschweren und möglicherweise Moskaus Motivation verstärken, alternative Zahlungskanäle jenseits der westlichen Finanzinfrastruktur aufzubauen.
Die Machbarkeitsstudie der Bank von Russland garantiert keine sofortige Genehmigung von Stablecoins. Sie markiert jedoch eine klare Abkehr von kategorischer Ablehnung hin zu einer pragmatischeren Bewertung.
Mit steigendem inländischen Krypto-Umsatz, an Zugkraft gewinnenden privaten rubelgebundenen Vermögenswerten und sich verschärfenden geopolitischen Beschränkungen könnte 2026 ein entscheidendes Jahr dafür werden, wie Russland Stablecoins in seine umfassendere Finanzarchitektur integriert.
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