Am Freitag habe ich auf die Märkte geschaut und konnte kaum glauben, was gleichzeitig passiert ist. Drei Ereignisse sind an einem einzigen Tag zusammengefallen – in dieser Kombination habe ich das so noch nie erlebt.
Erstens: Das US-Wirtschaftswachstum ist auf 1,4 % eingebrochen, nur halb so viel wie erwartet. Zweitens: Die Kerninflation, gemessen am bevorzugten Indikator der US-Notenbank, ist auf 3 % gestiegen.
Und drittens: Mitten am Tag erklärt der Supreme Court zentrale Teile der US-Zollpolitik für verfassungswidrig.
Für mich war sofort klar: Das ist mehr als nur ein schlechter Nachrichtentag. Das ist eine tektonische Verschiebung. Wachstum bricht ein, während die Inflation steigt – ein klassisches stagflationäres Signal.
Gleichzeitig wird die handelspolitische Strategie der Regierung juristisch ausgehebelt, inklusive möglicher Rückzahlungen von bis zu 175 Milliarden US-Dollar an Zolleinnahmen. Drei Schocks, die zusammen eine gefährliche Dynamik entfalten.
Wenn ich mir die Lage der Federal Reserve anschaue, sehe ich vor allem eines: eine Falle. Die USA sitzen auf rund 38 Billionen US-Dollar Schulden. Allein 2026 müssen gewaltige Summen refinanziert werden. Die Zinskosten liegen bereits bei rund 970 Milliarden US-Dollar pro Jahr – Tendenz steigend.
Was sind die Optionen? Zinsen hoch lassen oder sogar erhöhen? Das würde den Staatshaushalt noch stärker belasten. Jede zusätzliche Zinserhöhung kostet Milliarden.
Zinsen senken? Bei einer Kerninflation von 3 % wäre das ein riskantes Signal und könnte die Teuerung erneut anheizen. Abwarten? Auch das ist kaum möglich, weil die Refinanzierungswand näher rückt.
Ich sehe eine Notenbank, die zwischen Inflation, Schuldenlast und politischem Druck zerrieben wird. Gleichzeitig fordern Teile der Politik deutlich niedrigere Zinsen. Diese Zerrissenheit innerhalb der Fed – einige sprechen von Zinserhöhungen, andere von Senkungen – zeigt mir, wie ernst die Lage ist.
Wenn ich alle Daten, Projektionen und historischen Beispiele zusammenführe, komme ich immer wieder zum gleichen Schluss: Der wahrscheinlichste Ausweg ist finanzielle Repression.
Was bedeutet das? Der Staat hält die Zinsen künstlich unter der Inflationsrate. Dadurch entstehen negative Realzinsen. Sparer verlieren schleichend Kaufkraft, während die reale Schuldenlast des Staates sinkt.
Es ist eine subtile Form der Entschuldung – keine offene Default-Strategie, sondern ein langsames „Wegschmelzen“ der Schulden.
Historisch haben wir das bereits gesehen, etwa in den 1940er- und 1970er-Jahren. Damals lagen die Realzinsen teilweise deutlich im negativen Bereich. Das Ergebnis: Die Schuldenquote sank, aber die Kaufkraft des Geldes wurde massiv entwertet.
Für mich verdichten sich die Anzeichen, dass wir in eine ähnliche Phase eintreten. Die Kombination aus hoher Verschuldung, politischem Druck und strukturell schwächerem Wachstum macht diesen Weg aus Sicht der Entscheidungsträger fast alternativlos.
Wenn ich einen Schritt weiterdenke, stelle ich mir die Frage: Was bedeutet das für uns als Investoren?
In Phasen negativer Realzinsen haben historisch vor allem harte Assets profitiert. Gold ist ein klassisches Beispiel. Aber auch Bitcoin (BTC) wird zunehmend in diesem Kontext diskutiert – als digitales, knappes Gut.
Große institutionelle Akteure wie BlackRock oder Bridgewater sprechen offen über das Risiko der Geldentwertung und positionieren sich entsprechend.
Kurzfristig kann es bei Risiko-Assets wie Bitcoin weiterhin volatil bleiben. Geopolitik, ETF-Abflüsse oder eine restriktive Geldpolitik können Druck ausüben. Doch langfristig – über einen Horizont von sechs bis 24 Monaten – sehe ich die strukturelle These weiterhin als intakt.
Wenn reale Renditen gedrückt werden und der Dollar an Glaubwürdigkeit verliert, steigt die Attraktivität von Sachwerten.
Mein Fazit ist daher klar: Die Frage ist für mich nicht mehr, ob finanzielle Repression kommt, sondern wie stark sie ausfallen wird. Und noch wichtiger: Ob ich in Assets positioniert bin, die von einem solchen Umfeld profitieren können.
Die vollständige Analyse mit allen Charts und Projektionen findest du auf meinem YouTube-Kanal – also schau rein und bleib beim nächsten Update dabei.
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