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Krypto-Anleger verliert 20 Millionen Euro durch Betrug

2026/03/06 21:32
3 Min. Lesezeit
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Ein Krypto-Anleger, der online als „Sillytuna“ bekannt ist, hat durch eine raffinierte Betrugsmasche Kryptomünzen im Wert von etwa 24 Millionen Dollar, umgerechnet 20 Millionen Euro, verloren.

Laut dem Opfer blieb es nicht nur bei digitalem Diebstahl. Die Täter sollen ihn auch mit Gewalt und Entführung bedroht haben. Die Polizei untersucht den Fall, während Sicherheitsunternehmen versuchen, die gestohlenen Gelder zu verfolgen.

„Schwere Einschüchterung“

Der Anleger teilte über soziale Medien mit, dass der Diebstahl mit schwerer Einschüchterung verbunden war. Laut ihm drohten die Täter mit Gewalt und sogar Entführung. Aufgrund dieser Bedrohungen hat er die Polizei eingeschaltet.

Sicherheitsunternehmen, darunter PeckShieldAlert, verfolgen inzwischen die Blockchain-Transaktionen der gestohlenen Kryptomünzen, um herauszufinden, wohin das Geld fließt. In der Kryptowelt kommt das häufiger vor: Da Transaktionen auf der Blockchain öffentlich einsehbar sind, können Analysten den Weg gestohlener Gelder oft nachverfolgen.

Wie lief dieser Millionenraub ab?

Laut Blockchain-Forschern wurde der Angriff mit einer Betrugsmasche namens Address Poisoning durchgeführt. Dabei nutzen Kriminelle das Verhalten von Nutzern aus, die Adressen aus ihrer Transaktionsliste kopieren.

Wenn ein Nutzer später eine Transaktion durchführen möchte und schnell eine Adresse aus der Transaktionsliste kopiert, kann er versehentlich die falsche Adresse auswählen. Diese sieht dem Original oft nahezu identisch aus, gehört aber tatsächlich dem Betrüger. So kann in einem einzigen Schritt ein großer Betrag an die falsche Wallet gesendet werden.

Dies ist die häufigste Ursache für Kryptoverluste

Diese Form des Betrugs nutzt menschliche Fehler aus. Laut Sicherheitsexperten gehören genau solche Fehler heute zu den häufigsten Ursachen für Kryptoverluste – etwa wenn Nutzer versehentlich schädliche Transaktionen genehmigen oder ihre Wallet mit gefälschten Websites verbinden.

Nach dem Diebstahl versuchten die Täter, die Spur des Geldes so gut wie möglich zu verwischen. Die gestohlenen Kryptomünzen wurden zunächst in den Stablecoin DAI umgewandelt. Anschließend wurde ein Teil des Betrags auf das Arbitrum-Netzwerk verschoben, was die Nachverfolgung der Transaktionen erschwert.

Der letzte Schritt war der Tausch der Gelder in Monero, eine datenschutzorientierte Kryptomünze, die Transaktionen stark anonymisiert. Dadurch wird es für Ermittler deutlich schwieriger, den endgültigen Verbleib des Geldes festzustellen. Erst kürzlich erreichte Monero, auch bekannt als XMR, nach einem starken Kursanstieg einen Rekordwert.

Kryptokriminalität außerhalb des Internets

Der Fall rund um Sillytuna zeigt, dass Kryptokriminalität sich zunehmend außerhalb des Internets abspielt. Neben Hacks und Betrugsmaschen werden auch physische Angriffe und Entführungen gemeldet, bei denen Opfer gezwungen werden, ihre Krypto zu übertragen.

Laut dem Sicherheitsunternehmen CertiK stieg die Zahl gewaltsamer Vorfälle rund um Kryptobesitzer im vergangenen Jahr um etwa 75 Prozent. Entführungen und Bedrohungen werden dabei immer häufiger eingesetzt, um Zugang zu Wallets zu erhalten.

Cyberangriffe haben oft langanhaltende Folgen für den Kryptosektor. Laut Sicherheitsexperten erholt sich fast 80 Prozent der Kryptoprojekte nach einem schwerwiegenden Hack nie vollständig. Das Problem ist meist nicht nur das verlorene Geld, sondern vor allem der Vertrauensverlust bei Nutzern und Anlegern.

Unzureichende Krisenvorsorge

Wenn ein Sicherheitsvorfall entdeckt wird, sind Teams oft unzureichend auf eine Krise vorbereitet. Langsame Kommunikation, fehlende Notfallpläne und Unsicherheit unter Nutzern können zu einem massiven Kapitalabfluss führen. Selbst wenn technische Probleme später behoben werden, kehren Nutzer und Liquidität oft nicht zurück.

Sillytuna hat inzwischen eine Belohnung von zehn Prozent des gestohlenen Betrags für jeden ausgelobt, der hilft, die Gelder zurückzubekommen. Die Ermittlungen gegen die Täter laufen weiterhin.

Der Fall unterstreicht erneut, wie wichtig Sicherheit und Vorsicht in der Kryptowelt sind. Nicht nur technische Schwachstellen, sondern auch menschliche Fehler und organisierte Kriminalität bleiben ein großes Risiko für Anleger.

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