Die U.S. Börsenaufsichtbehörde SEC signalisiert Unterstützung für optimierte „Mindestdosis"-Offenlegungsregeln und eng begrenzte Eigenkapital-Tokenisierungs-Pilotprojekte über eine Innovationsausnahme, wie aus neuen Äußerungen von Vorsitzendem Paul S. Atkins hervorgeht.
Die U.S. Börsenaufsichtbehörde SEC signalisiert Unterstützung für optimierte Offenlegungsregeln und kontrollierte Experimente mit Eigenkapital-Tokenisierung, wie aus einer neuen Rede von Vorsitzendem Paul S. Atkins bei der Sitzung des Investor Advisory Committee der Behörde hervorgeht.
Atkins konzentrierte sich zunächst darauf, was er unnötige Offenlegungslasten nannte, zu reduzieren und argumentierte für einen „Mindestdosis"-Ansatz zur Regulierung, der Regeln eng auf wesentliche Informationen fokussiert und Anforderungen an die Unternehmensgröße anpasst. Er schlug auch vor, das JOBS Act „IPO-Auffahrt"-Regime zu verlängern, um kleinen und mittelständischen Unternehmen einen längeren Übergang mit skalierter Berichterstattung zu geben, damit mehr Emittenten bereit sind, an die Börse zu gehen.
Atkins kritisierte scharf die Verwendung von „Einhalten oder Erklären"-Offenlegungsmandaten der SEC in der Unternehmensführung und bezeichnete sie als eine Form der „Beschämungsregulierung", die Unternehmen effektiv durch öffentlichen Druck statt durch Gesetze in bevorzugte Governance-Modelle zwingt. Seiner Ansicht nach sollten Entscheidungen über Vorstandsstrukturen, ESG-Kennzahlen und damit verbundene Governance-Fragen in den Händen von Aktionären und Direktoren bleiben und nicht indirekt durch Offenlegungsdrohungen diktiert werden.
Bei der Tokenisierung nahm Atkins eine offenere experimentelle Haltung ein und argumentierte, dass die Umwandlung von Eigenkapitalwertpapieren in digitale Token die Abwicklungseffizienz verbessern, das Abwicklungsrisiko reduzieren und unnötige Vermittler eliminieren kann. Er enthüllte, dass die SEC einen „innovativen Ausnahmemechanismus" in Betracht zieht, um begrenzten Handel mit bestimmten tokenisierten Wertpapieren zu ermöglichen und eng begrenzte Pilotprojekte zu nutzen, um Erfahrungen für einen langfristigen Regulierungsrahmen aufzubauen.
Dieser Ansatz würde es tokenisierten Eigenkapitalprojekten effektiv ermöglichen, unter kontrollierten Bedingungen voranzuschreiten, anstatt auf eine vollständige Top-Down-Regelüberarbeitung zu warten. Für Kryptomärkte ist die Botschaft klar: Die SEC ist nicht bereit, das Wertpapierrecht für Tokenisierung neu zu schreiben, aber sie ist bereit, gezielte Ausnahmen zu gewähren, die eine regulierte On-Chain-Eigenkapitalabwicklung näher an die Realität bringen könnten.


