Die Stablecoin-Abflüsse bei Binance erreichten im Mai 2025 rund 1,2 Milliarden USD und markierten damit eine deutliche Trendwende gegenüber den zwei vorangegangenen Monaten mit positiven Zuflüssen.
Diese Verschiebung trat auf, obwohl die traditionellen Aktienmärkte starke monatliche Gewinne verzeichneten. Der S&P 500 stieg um 5,15 %, während der Nasdaq um 10,5 % zulegte.
Bitcoin hingegen schloss den Monat mit einem Minus von 3,5 % ab, was eine Entkopplung zwischen Krypto und Aktien widerspiegelt. Liquidität fließt derzeit nicht in den Markt für digitale Vermögenswerte.
Die Abflüsse im Mai beendeten eine zweimonatige Serie positiver Stablecoin-Zuflüsse bei Binance. Die Börse hatte in den beiden vorangegangenen Monaten Netto-Zuflüsse von 2,5 Milliarden USD bzw. 870 Millionen USD verzeichnet. Die Trendwende deutet auf einen breiteren Markt-Rückgang des Interesses von Privat- und Institutionellen Anlegern an Krypto-Engagements hin.
On-Chain-Analyst Darkfost bemerkte den Trend auf X und erklärte, dass „Liquidität im Moment schlicht nicht in den Kryptomarkt fließt."
Die monatlichen Netto-Stablecoin-Flüsse bei Binance dienten als klares Maß für diese Verlangsamung. Die Daten zeichneten ein eindeutiges Bild der nachlassenden Marktbeteiligung.
Binance hält nach wie vor den größten Anteil an Stablecoin-Reserven unter den Börsen. Der geschätzte Marktanteil liegt bei nahezu 68 %.
Trotz dieser dominanten Stellung sind die gesamten Stablecoin-Bestände auf der Plattform seit mehreren Monaten rückläufig.
Seit November 2024 sind die Stablecoin-Reserven von Binance von 51 Milliarden USD auf 44 Milliarden USD gesunken. Das entspricht einem Rückgang von 13,7 % in diesem Zeitraum. Der Trend zeigt, dass Nutzer kontinuierlich Mittel abziehen, anstatt sie in Krypto-Positionen einzusetzen.
Bitcoins Erholung von seinen Korrekturtiefs scheint die Liquiditätsunterstützung zu vermissen, die Ende 2024 zu beobachten war. Zu jenem Zeitpunkt stützten konsistente Stablecoin-Zuflüsse die Rallye und trieben die Preise mit stärkerem Schwung nach oben. Die aktuelle Bewegung zeigt noch keine ähnlichen Merkmale.
Die frühere Korrektur trieb Bitcoin in stark überverkaufte Bedingungen, was wahrscheinlich einen technischen Rebound auslöste. Darkfost beschrieb die Bewegung als „eine Rebalancing-Bewegung und nicht den Beginn eines neuen liquiditätsgetriebenen Aufwärtstrends." Diese Einschätzung deckt sich mit dem, was die Stablecoin-Flussdaten derzeit zeigen.
Die Aufmerksamkeit der Investoren richtet sich derzeit eher auf Aktien als auf digitale Vermögenswerte. Die Entspannung der Spannungen rund um die Straße von Hormus half, die Aktienmärkte im Mai anzuheben. Die Kryptomärkte profitierten jedoch nicht von derselben Stimmungsverschiebung.
Phasen mit geringem Marktinteresse haben historisch gesehen Möglichkeiten geboten, Positionen schrittweise aufzubauen. Die Überwachung von Stablecoin-Zuflüssen und -Abflüssen bleibt eines der zuverlässigsten Instrumente zur Verfolgung von Liquiditätsrotationen.
Eine nachhaltige Rückkehr der Zuflüsse zu Börsen wie Binance würde eine erneuerte Überzeugung im Kryptomarkt signalisieren.
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