Laut dem Analysten können Banken bis zu 28 % an Krediten verdienen, während sie Einlegern weniger als 1 % zahlen – eine Spanne, die Stablecoins herausfordern.Laut dem Analysten können Banken bis zu 28 % an Krediten verdienen, während sie Einlegern weniger als 1 % zahlen – eine Spanne, die Stablecoins herausfordern.

Banken fürchten Stablecoins, da Renditen das Einlagengeschäft bedrohen: Bericht

2026/06/02 04:27
3 Min. Lesezeit
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Der bekannte Krypto-Analyst EGRAG CRYPTO behauptet, dass Banken nicht gegen Stablecoins kämpfen, weil diese riskant sind, sondern weil sie es Menschen ermöglichen, Dollar zu halten, zu transferieren und potenziell Erträge zu erzielen, ohne auf traditionelle Bankeinlagen angewiesen zu sein.

Seine Einschätzung fällt in eine Zeit, in der US-Gesetzgeber weiterhin über Kryptowährung Gesetz und Stablecoin-Regeln verhandeln, während Banken und Befürworter digitaler Vermögenswerte darüber streiten, ob renditebringende Stablecoins Einlagen aus dem Bankensystem abziehen könnten.

Der Abfluss, den Banken nie einplanen mussten

In einer am 01.06. veröffentlichten Analyse stellte EGRAG die Debatte um Stablecoins nicht als regulatorischen Streit dar, sondern als direkte Bedrohung für das Geschäftsmodell der Banken.

Er erklärte, dass man beim Einzahlen von Geld auf ein Bankkonto dieses nicht wirklich aufbewahrt, sondern rechtlich gesehen der Bank ein ungesichertes Darlehen gewährt. Die Bank nimmt diese Einlage, verleiht sie zu Zinssätzen zwischen 6 % und 28 % und zahlt dafür zwischen 0,1 % und 0,5 % zurück. Und diese Zinsspanne ist ihr Kerngeschäft.

Laut dem Analysten durchbrechen Stablecoins diese Vereinbarung jedoch, indem sie drei Dinge trennen, die das traditionelle Bankensystem stets gebündelt hat: Verwahrung, Abwicklung und Rendite.

Mit einem durch Staatsanleihen besicherten Stablecoin kann ein Nutzer Dollar ohne Bankkonto halten, sie sofort ohne Intermediär transferieren und dabei risikolos etwa 5 % Rendite erzielen.

Wenn Menschen mit voller Kontrolle und ohne Abhängigkeit von Banken 4 % bis 6 % Rendite erzielen können, so EGRAG, würden sie keinen Grund mehr sehen, Geld bei Banken einzuzahlen – was das Finanzierungsmodell dieser Institute und ihre Machtstellung untergraben würde.

EGRAGs Position ist nicht übertrieben, zumal eine Analyse von Standard Chartered zu Jahresbeginn schätzte, dass US-Banken bis Ende 2028 rund 500 Milliarden Dollar an Einlagen an Stablecoins verlieren könnten, wobei Regionalbanken am stärksten betroffen wären.

Laut Geoff Kendrick von Standard Chartered halten die beiden größten Stablecoin-Emittenten, Tether (USDT) und Circle (USDC), den Großteil ihrer Reserven in US-Staatsanleihen und nicht in Bankkonten, was bedeutet, dass kaum Kapital in das Bankensystem zurückfließt.

Worum es beim gesetzgeberischen Kampf wirklich geht

Während der kürzlich abgeschlossenen Beratungen des Senatsbankenausschusses zum CLARITY Act sandten Mitglieder der American Bankers Association in weniger als einer Woche mehr als 8.000 Briefe an Senatsbüros – gezielt gegen Regeln zu Stablecoin-Renditen.

Senator Bernie Moreno warf den Banken damals vor, zu versuchen, „Stablecoins zu eliminieren, die es normalen Amerikanern ermöglichen würden, echte Renditen auf ihr eigenes Geld zu erzielen." Er bezeichnete die Branche auch als „Kartell", das mit aller Kraft darauf aus sei, Niedrigzins-Einlagenmodelle zu schützen.

EGRAGs Analyse interpretierte diese Reaktion als ein Signal für sich selbst und schrieb:

Auch eine im März von Ripple veröffentlichte Umfrage ergab, dass 74 % der Finanzmanager Stablecoins als Werkzeuge zur Freisetzung von Betriebskapital und zur Verbesserung des Treasury-Managements betrachten – was darauf hindeutet, dass das institutionelle Interesse weit über die Erkundungsphase hinausgegangen ist.

Und der Stablecoin-Markt wächst unaufhörlich: Die neuesten Daten von DefiLlama zeigen, dass er nun bei etwa 320 Milliarden Dollar liegt, wobei USDT 188 Milliarden Dollar und USDC 76 Milliarden Dollar hält.

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