Präsident Donald Trump unterzeichnete am Dienstag eine Durchführungsverordnung, die auf fortschrittliche Modelle künstlicher Intelligenz vor deren öffentlicher Veröffentlichung abzielt. Die Verordnung fordert KI-Unternehmen auf, bestimmte Modelle im Rahmen eines freiwilligen Überprüfungsverfahrens mit der Bundesregierung zu teilen. Sie konzentriert sich auf Modelle mit erweiterten Cyber-Fähigkeiten und gibt Behörden eine Rolle bei der frühzeitigen Prüfung.
Die Verordnung fordert KI-Entwickler auf, sich vor breiteren Modellveröffentlichungen an einem föderalen Benchmarking-Verfahren zu beteiligen. Sie weist Beamte an, erweiterte Cyber-Fähigkeiten zu bewerten und zu entscheiden, ob Modelle die Standards für abgedeckte Frontier-Modelle erfüllen.
Die Verordnung strebt einen Modellzugang bis zu 30 Tage an, bevor Unternehmen diese breiter veröffentlichen. Sie erlaubt der Regierung außerdem, bei der Auswahl vertrauenswürdiger Partner mitzuwirken, die frühzeitigen Zugang erhalten. Das Weiße Haus hat den Prozess als freiwillig und begrenzt im Umfang dargestellt. Die Verordnung stellt fest, dass sie keine „obligatorische staatliche Lizenzierung" für neue KI-Modelle schafft.
Trump unterzeichnete die Verordnung im Privaten, nachdem er eine frühere Unterzeichnungsveranstaltung mit Tech-Führungskräften verzögert hatte. Er sagte Reportern damals, dass ihm bestimmte Teile der vorherigen Version missfallen hätten. Die endgültige Verordnung enthält weniger Details als frühere Vorschläge, die in Washington diskutiert wurden. Sie gibt Bundesbehörden jedoch weiterhin eine formelle Rolle bei der Überprüfung von KI-Systemen mit hohen Fähigkeiten.
Die Verordnung legt mehrere Fristen für Behörden fest, um Leitlinien und Direktiven vorzubereiten. Sie weist auch das Verteidigungsministerium an, die Cyber-Abwehr in seinen Informationssystemen zu priorisieren. Bundesbeamte werden Modelle überprüfen, die möglicherweise die Entdeckung fortgeschrittener Software-Schwachstellen unterstützen. Sie werden auch prüfen, ob diese Systeme einen kontrollierten Zugang vor einer breiteren Veröffentlichung erfordern.
Die Direktive kommt, nachdem Anthropic mit der Claude Mythos Preview Anfang dieses Jahres Aufmerksamkeit erregt hatte. Das Modell zeigte eine starke Leistung beim Auffinden von Software-Schwachstellen und Sicherheitslücken. Anthropic beschränkte den Mythos-Zugang über Project Glasswing, sein Cybersicherheitsprogramm für ausgewählte Partner. In unserem aktuellsten Bericht hat das Unternehmen Project Glasswing auf etwa 150 weitere Organisationen ausgeweitet.
Zu diesen Partnern gehören Gruppen aus den Bereichen Energie, Wasser, Gesundheitswesen, Kommunikation und Hardware. Anthropic verlangt von jedem Partner, Sicherheitsstandards zu erfüllen, bevor er Zugang zum Modell erhält. Das Unternehmen berichtete, dass Project Glasswing-Partner mehr als 10.000 schwerwiegende Sicherheitslücken gefunden haben. Es wird auch geschätzt, dass ein größerer Cyberangriff mehr als 100 Millionen Menschen betreffen könnte.
Die Verordnung trifft in einer arbeitsreichen Phase für führende KI-Entwickler und öffentliche Märkte ein. In einem weiteren Bericht von Blockonomi bestätigte Anthropic am Montag, dass es vertraulich einen Antrag für einen Börsengang eingereicht hatte. Auch OpenAI hat sich laut dem Bericht auf einen möglichen Börsengang in diesem Jahr vorbereitet. Unterdessen könnte SpaceX den öffentlichen Markt durch ein geplantes Debüt als erstes erreichen.
Die Technologiebranche hat eine zentrale Rolle in den KI-Politikdiskussionen des Weißen Hauses gespielt. Elon Musk, Mark Zuckerberg und David Sacks sollen sich berichten zufolge gegen einen früheren Entwurf der Verordnung ausgesprochen haben.
Sacks diente zuvor als KI- und Krypto-Beauftragter des Weißen Hauses, bevor die Rolle endete. Er bleibt ein wichtiger Verbündeter von Musk und eine bekannte Stimme in KI-Politikdebatten. Die Verordnung folgt auch auf Treffen zwischen Anthropic und hochrangigen Beamten der Trump-Administration. Zu diesen Treffen gehörten Stabschefin des Weißen Hauses Susie Wiles und Finanzminister Scott Bessent.
Anthropic steht jedoch weiterhin in einem Streit mit dem Verteidigungsministerium. Die Behörde stufte das Unternehmen vor der Mythos-Veröffentlichung als Lieferkettenrisiko ein. Diese Einstufung schränkt Verteidigungsauftragnehmer darin ein, Anthropic-Technologie bei der Arbeit mit der Behörde zu nutzen. Anthropic klagte die Trump-Administration, um die Einstufung rückgängig zu machen, und der Fall ist noch anhängig.
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