Deutschland verkaufte Mitte 2024 fast 50.000 Bitcoin und erntete dafür heftige Kritik. Nun, da Bitcoin stark korrigiert, erscheint diese Entscheidung weit weniger kostspielig als noch vor einigen Monaten.
Sächsische Behörden beschlagnahmten im Januar 2024 rund 50.000 BTC von den Betreibern der Piraterie-Website Movie2K.

Nach deutschem Recht müssen beschlagnahmte Vermögenswerte zügig liquidiert werden. Die Regierung verkaufte den gesamten Bestand in nur 23 Tagen, zwischen dem 19.06.2024 und dem 12.07.2024.
Die Coins wurden über große Börsen abgewickelt, darunter Kraken, Bitstamp, Coinbase, Cumberland und Flow Traders.
Deutschland erzielte einen Durchschnittspreis von 57.900 $ pro Coin und nahm insgesamt rund 2,89 Milliarden $ ein.
Zu diesem Zeitpunkt äußerten viele in der Krypto-Community Kritik. Bitcoin verdoppelte seinen Wert nach dem Verkauf und Berechnungen auf Basis einer Einjahresrückschau zeigten, dass der Bestand über 6,6 Milliarden $ hätte einbringen können.
Bitcoin fiel kürzlich auf Binance und Coinbase zum ersten Mal seit 2024 unter die Marke von 60.000 $.
Das On-Chain-Analyseunternehmen Arkham Intelligence verfolgt die Situation. Es stellt fest, dass Bitcoin derzeit nur noch etwa 7 % über Deutschlands durchschnittlichem Ausstiegspreis liegt.
Ein weiterer Rückgang um 6 % würde Bitcoin unter das Niveau bringen, das Deutschland erhalten hat — und würde die Erzählung, dass der Verkauf ein historischer Fehler war, effektiv auflösen.
Auf dem Bitcoin-Höchststand von 2025 schien Deutschland Milliarden liegen gelassen zu haben. Dieser Abstand hat sich nun von über 100 % auf unter 7 % verringert.
Spot-Bitcoin-ETFs verstärkten den Druck und verzeichneten 4,33 Milliarden $ Abflüsse über einen 13-tägigen Zeitraum — einer der längsten anhaltenden Abfluss-Zeiträume seit dem Start dieser Produkte.
Deutschland war mit seinen Krypto-Entscheidungen im Jahr 2024 nicht allein, doch andere Regierungen gingen in die entgegengesetzte Richtung.
El Salvador und Bhutan entschieden sich in jenem Jahr, Bitcoin zu akkumulieren, anstatt ihn zu verkaufen. Die USA begannen unter Präsident Biden, ihre eigenen Bestände zu liquidieren.
Zwischen den USA, Deutschland und der Ukraine — die eine vollständige Liquidierung abschloss — sanken die staatlichen Bitcoin-Reserven im Jahr 2024 um 12 %.
China und das Vereinigte Königreich kauften und verkauften in jenem Jahr keine Bestände.
Der Kontrast bei den Regierungsstrategien ist zu einem Gesprächsthema geworden, da der Bitcoin-Preis von seinen Höchstständen zurückgegangen ist.
Ob Deutschlands Entscheidung letztlich als klug oder kostspielig gilt, wird davon abhängen, wo Bitcoin von hier aus handelt. Vorerst hat sich der Abstand erheblich verringert.
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